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Karim Benzema steht bei Real Madrid unter Vertrag
Karim Benzema steht bei Real Madrid unter Vertrag © Getty Images

Paris - Karim Benzema hat in der Sexvideo-Affäre um Mathieu Valbuena vor Gericht ausgesagt. Die Schilderungen des Stars von Real Madrid rufen bei der Richterin Verwunderung hervor.

Karim Benzema von Real Madrid hat sich vor Gericht zur Sexvideo-Affäre um seinen Nationalmannschaftskollegen Mathieu Valbuena geäußert.

Laut der französischen Zeitung Le Monde, die das Vernehmungsprotokoll veröffentlichte, sagte er bei seiner Vernehmung in Versaille: "Für mich war das alles ein großes Missverständnis. Ich wollte ihm anfangs nur von einer Sache berichten, von der ich wusste. Und ich wollte ihm helfen."

"Wollte mit ihm darüber reden"

Benzema wird vorgeworfen, er habe Valbuena zusammen mit seinem Jugendfreund Karim Zenati mit einem Video erpresst, das den Profi von Olympique Lyon beim Sex mit seiner Freundin zeigt.

Benzema stellte sich in seiner Aussage vor Richterin Nathalie Boutard jedoch als besorgten Freund Valbuenas dar, der lediglich helfen wollte: "Es betraf jemanden, den ich vom französischen Nationalteam kenne – einen Freund. Ich wollte, dass er über diese Sache Bescheid weiß. Und ich wollte mit ihm darüber reden. Ich wollte ihm sagen, dass ich das Gleiche erlebt habe und sehen, was er darüber denkt."

Richterin fragt nach

Die Schilderung, wie Benzema von dem Sexvideo erfahren haben will, rief bei der Richterin Verwunderung hervor.

Benzema führte aus: "Ich war in Madrid und habe mit Karim Zenati (ein Freund und Angestellter Benzemas, die Red.) zu Mittag gegessen. Da kam eine Person und gab mir eine Louis-Vuitton-Tasche. Er erzählte mir von einem Sexvideo mit Matthieu Valbuena."

Und weiter: "Er gab mir die Tasche, setzte sich hin und sagte Hallo. Aber ich habe nicht richtig zugehört – ich weiß nicht. Er sagte, es gebe ein Video mit Mathieu Valbuena – ein schlüpfriges Video. In diesem Moment habe ich gesagt: 'Stopp! Ich will das nicht hören!' Diese Person blieb dann da, wir aßen weiter und später gingen wir."

Die Richterin darauf: "Sie essen in Madrid mit einem Freund, dann kommt jemand, gibt Ihnen ein Geschenk und fängt an, über etwas Seltsames zu reden. Was hat sie dann veranlasst, ihn zum Essen einzuladen?"

"Nicht mein Problem"

Benzemas Antwort: "Ich habe ihn nicht eingeladen, er hat sich selbst eingeladen. Danach hatte ich keinen Kontakt mehr zu dieser Person. Das war das einzige Mal, an dem ich ihn gesehen habe."

Valbuena habe er dann vor dem Länderspiel gegen Armenien in seinem Hotelzimmer von dem Video berichtet: "Ich habe ihm gesagt, dass es ein Video gebe und dass ich ihm helfen könne. Er fing an, mir Fragen zu stellen. Ich sagte ihm, dass alles an ihm liege und dass er entscheide. Er sprach über die Auswirkungen, wenn das Video herauskäme."

Danach reagierte Benzema nicht mehr so hilfsbereit, sondern verwies auf den mutmaßlichen anderen Erpresser als neue Ansprechperson für Valbuena: "Ich habe ihm gesagt, dass das nicht mein Problem wäre und dass er tun soll, was er will. Ich habe ihm gesagt, dass es jemanden gebe, der helfen könnte. Das war Herr Zenati."

Benzema kennt eigene Telefonnummer nicht

Benzemas Aussage sorgte auch sonst für Verwunderung. So offenbarte er etwa, seine eigene Telefonnummer nicht auswendig zu kennen. Auch die genaue Position seines Jugendfreundes Zenati in seinem Unternehmen kannte er nicht.

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