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Alfredo Hawit wurde Anfang Dezember in Zürich verhaftet
Alfredo Hawit wurde Anfang Dezember in Zürich verhaftet © Getty Images

Nach der Verhaftung von Präsident Alfredo Hawit (Honduras) formiert sich im Fußball-Kontinentalverband für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik (CONCACAF) Widerstand gegen den Verzicht auf die Berufung eines Interimschefs.

Die karibische Regionalorganisation CFU und der Verband von St. Martin fordern mit Hinweis auf die Verbandsstatuten eine Korrektur der entsprechenden Entscheidung der CONCACAF-Exekutive.

Alternativ schlagen die Kritiker Informationen des Internetportals insideworldfootball.com zufolge die Einberufung eines außerordentlichen Kongresses zur Wahl eines Übergangs-Präsidenten vor.

Hintergrund des Vorstoßes beider Verbände sind der wachsende Einfluss und die kostspieligen Tätigkeiten von US-Beratern aus Rechtsanwaltskanzleien, Unternehmensberatungen und PR-Agenturen als faktische Führungsstäbe.

Alleine die im vergangenen August engagierten Juristen kassieren ein Monatshonorar von 1,4 Millionen Dollar und können dadurch bis zu dem für Mai geplanten Kongress mit insgesamt 14 Millionen Dollar rechnen - das CONCACAF-Budget für 2016 beträgt 65 Millionen Dollar. Die karibischen Verbände fürchten außerdem eine Dominanz der USA.

Nachdem Hawit Anfang Dezember wie sein Vorgänger Jeffrey Webb (Kaimaninseln) schon ein halbes Jahr zuvor in Zürich auf Antrag der US-Justiz wegen der Verwicklung in den Korruptionsskandal um zahlreiche Funktionäre des Weltverbandes FIFA verhaftet worden war, lehnten die CONCACAF-Vizepräsidenten Justino Compean (Mexiko) und Horacio Burrell (Jamaika) die statutengemäße Übernahme von Hawits Nachfolge ab.

CONCACAF-Generalsekretär Ted Howard (USA) verwies in einer Reaktion auf die Briefe von der CFU und aus St. Martin darauf, dass "die Exekutive im Interesse des gesamten Verbandes von der Berufung eines neuen Präsidenten abgesehen hat".

Wie bei der CONCACAF herrscht momentan auch an der Spitze der Europäischen Fußball-Union (UEFA) ein Machtvakuum. Seit der inzwischen für acht Jahre gesperrte Verbandschef Michel Platini (Frankreich) Anfang Oktober von der FIFA-Ethikkommission suspendiert wurde, ist das Präsidenten-Amt bei der UEFA vakant.

Die Kontinental-Organisation steht weiterhin loyal zu Platini und sieht nach eigenen Angaben "keinen Anlass" für die Berufung eines Interimspräsidenten. Den Statuten der UEFA gemäß hätte der von den Ethikern verwarnte Spanier Angel Maria Villar Llona als Erster Vizepräsident auf Platinis Posten rücken müssen.

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