Video

Jürgen Klopp blamiert sich mit dem FC Liverpool im FA Cup bei Exeter City. Der Underdog trifft per direkter Ecke, Smiths Ausgleich bringt die Reds zumindest ins Wiederholungsspiel.

Der FC Liverpool hat sich in der dritten Runde des FA Cups blamiert.

Das Team von Jürgen Klopp kam beim Viertligisten Exeter City nicht über ein 2:2 hinaus und muss im ältesten Pokal-Wettbewerb der Welt deshalb ins Wiederholungsspiel.

"Sie haben alles versucht, aber es ist klar geworden, was wir für die Zukunft lernen müssen. Wir müssen robuster sein", sagte Klopp, der auf die schwierigen Platzverhältnisse hinwies, bei BBC: "Es war sehr schwierig."

Allerdings lobte der deutsche Trainer auch den Gegner. "Exeter hat es sehr gut gemacht und in manchen Teilen auch Fußball gespielt", sagte Klopp, der vor der Partie in einer Teeküche interviewt wurde: "Vielleichten wussten sie, auf welchen Teilen des Platzes man Fußball spielen kann und wo man nur lange Bälle spielt."

Trio feiert Debüt

Klopp hatte bei seinem Debüt im FA Cup auch aufgrund von Verletzungsproblemen eine komplett neue Startelf aufs Feld geschickt, darunter die Debütanten Tiago Illori, Kevin Stewart und Ryan Kent. Das ausgeliehene Verteidiger-Duo Ilori (Aston Villa) und Stewart (Swindon Town) hatte Klopp zuvor erst nach Liverpool zurückbeordert.

Mit Christian Benteke, der erstmals die Kapitänsbinde trug, stand nur einer der Stammkräfte von Beginn auf dem Platz. Auf der Bank saßen mit Adam Lallana und Lucas Leiva allerdings auch nur zwei Akteure, die in diesem Jahr regelmäßige Einsätze vorweisen können.

Liverpool erwischte auf schwierigem Geläuf einen missratenen Start, in der neunten Minute schoss Tom Nichols die Gastgeber in Führung. Die Reds waren allerdings nicht lange geschockt, drei Minuten später glich Jerome Sinclair nach einem Missverständnis in der Abwehr des Underdogs aus.

Holmes mit Eckball-Tor

In der 45. Minute sorgte Lee Holmes für die Szene des Spiels. Der Mittelfeldspieler zirkelte eine Ecke von der rechten Seite direkt ins Tor. Fünf Jahre nach seinem FA-Cup-Debüt sah Adam Bogdan im Kasten der Reds alles andere als gut aus.

"Beide Tore waren wirklich unglücklich", meinte Klopp, der über den zweiten Gegentreffer wenig Worte verlieren wollte.

Der haushohe Favorit tat sich auch in der zweiten Hälfte lange schwer, bevor Brad Smith in der 73. Minute mit seinem Ausgleich zumindest eine komplette Blamage und das Ausscheiden verhinderte.

Auch der Linksverteidiger profitierte von einer unglücklichen Aktion von Exeter. Die Hereingabe von Sheyi Ojo klärte ein Verteidiger direkt vor Smiths Füße.

"Wir waren heute das Gegenteil von einem gut abgestimmten Team, wir haben genau 45 Minuten zusammen trainiert", sagte Klopp: "Aber es ist wie es ist. Wir mussten Entscheidungen treffen, und die Jungen haben uns geholfen, damit wir ein weiteres Spiel bekommen."

Oberschenkel nerven Klopp

Die anhaltende Verletzungsmisere der Liverpooler und eine sehr junge Startelf konnten aber kaum als Grund für die schwache Leistung der Reds herhalten, die über die gesamte Spielzeit kaum einen Klassenunterschied erkennen ließen.

Zehn Spieler fehlen Klopp derzeit vor allem wegen Muskelverletzungen, diese Misere sorgte zuletzt für einigen Ärger. So erklärte Klopp den englischen Begriff "Hamstring" (hinterer Oberschenkel) zu seinem Unwort des Jahres.

Zudem legte Teammanager Sam Allardyce von Konkurrent FC Sunderland nahe, dass Klopp selbst die Schuld an den Verletzungen trage. Das von Klopp propagierte intensive Pressing sei der Grund für die vielen Blessuren beim früheren Rekordmeister.

Liverpool hat nach dem Spiel lediglich fünf Tage Pause, ehe in der Premier League Tabellenführer FC Arsenal mit Weltmeister Mesut Özil an die Anfield Road kommt.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel