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Nick Proschwitz
Nick Proschwitz erzielte in seinem ersten Spiel für die VV St. Truiden zwei Treffer © Imago

Nach seinem unrühmlichen Abgang beim SC Paderborn sorgt Nick Proschwitz sportlich wieder für positive Schlagzeilen. Seinen neuen Klub schießt er im Alleingang zum Sieg.

Nick Proschwitz hat für den belgischen Erstligisten VV St. Truiden ein traumhaftes Debüt gefeiert.

Beim 2:1-Sieg bei Standard Lüttich avancierte der Stürmer, der den SC Paderborn wegen der so genannten "Penis-Affäre" in der Winterpause verlassen musste, mit einem Doppelpack zum Matchwinner.

"Das Debüt war einfach unglaublich, mich freut es riesig, dass ich gleich im ersten Spiel zwei Tore erzielen konnte", sagte Proschwitz im Gespräch mit SPORT1: "Auswärts beim Favoriten Standard Lüttich, die eine sehr gute Mannschaft haben, verdient 2:1 zu gewinnen, ist einfach super. Das war eine ganz tolle Leistung von der ganzen Mannschaft. Ich bin natürlich überglücklich."

Das Aus in Paderborn sei ein Warnschuss gewesen, so der 29-Jährige: "Ich bin aufgewacht und will jetzt nur noch sportlich für positive Schlagzeilen sorgen."

Das gelang Proschwitz gegen Lüttich mehr als gut. Er egalisierte kurz vor der Pause (43.) Lüttichs Führung durch Edmilson (21.). Nach dem Seitenwechsel gelang Proschwitz nach einem Abwehrschnitzer der Siegtreffer (60.).

Zugleich vermieste der Stürmer mit seinen beiden Toren Lüttichs Winterneuzugang Victor Valdes das Heimdebüt. Der von Manchester United ausgeliehene ehemalige Keeper des FC Barcelona kassierte in seinem zweiten Einsatz seine ersten beiden Gegentreffer in der belgischen Jupiler Pro League.

Nie an sich gezweifelt

Die Gründe für diese tolle Leistung seien ganz einfach zu erklären, meinte Proschwitz: "Ich habe nie an mir gezweifelt. Ich weiß, dass ich ein guter Stürmer bin, dass ich Tore erzielen kann, auch wenn ich mit Paderborn in der Hinrunde vielleicht zu viele Chancen liegen gelassen habe. Ich hätte öfter treffen können, aber fünf Tore musst du auch erstmal machen."

Proschwitz will aber nicht mehr zurückschauen. "Die Sache mit Paderborn und dem Medien-Echo war natürlich alles andere als schön für mich, aber ich bin ein Typ, der positiv bleibt und nach vorne schaut. Das Leben geht immer weiter. Mein Doppelpack war die richtige Antwort auf dem Platz."

Aufsteiger St. Truiden kletterte durch den Erfolg auf den zehnten Platz, Lüttich bleibt Tabellenachter.

Kein Nachtreten gegen Ex-Klub

Dass sein Ex-Klub mit Trainer Stefan Effenberg weiter in der Krise steckt, hat Proschwitz natürlich mitbekommen, doch Genugtuung verspürt er nicht. Im Gegenteil. "Dass meine alten Kollegen in Sandhausen verloren haben, ist keine Genugtuung für mich. Ich wünsche ihnen nichts schlechtes, ganz im Gegenteil."

Und weiter: "Das sind alles super Jungs und es ist eine gute Truppe. Ich hatte keine Probleme mit den Spielern. Ich wünsche ihnen besten Erfolg und dass sie es in den restlichen 14 Spiele schaffen den Klassenerhalt zu sichern."

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