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Deniz Naki war in Deutschland für den FC St. Pauli und den SC Paderborn tätig
Deniz Naki war in Deutschland für den FC St. Pauli und den SC Paderborn tätig © Getty Images

Der inzwischen in der Türkei kickende Ex-U21-Nationalspieler wirbt für ein Ende der Gewalt im Kurdenkonflikt - und wird dafür hart bestraft. Deniz Naki ist fassungslos.

Ein unglaublich anmutender Vorfall:

Der ehemalige deutsche U21-Nationalspieler Deniz Naki ist vom türkischen Verband TFF für zwölf Spiele gesperrt worden und bekam zudem eine Strafe von 6500 Euro aufgebrummt - weil er sich im Kurdenkonflikt für den Frieden eingesetzt hat.

Angeblich "separatistische und ideologische Propaganda"

Wegen "separatistischer und ideologischer Propaganda", wie es in der Begründung heißt, fehlt der 26-Jährige nun dem türkischen Drittligisten Amed SK aus der kurdischen Stadt Diyarbakir in den kommenden Wochen.

Der in Düren geborene Naki, der unter anderem für den FC St. Pauli und den SC Paderborn 85 Zweitliga-Spiele bestritten hat, hatte nach dem überraschenden 2:1-Sieg seines Teams im Pokal gegen den Süperlig-Verein Bursaspor auf Facebook geschrieben.

Türkische Angriffe sind Hintergrund 

Darin heißt in seinem Post: "Wir widmen diesen Sieg den Menschen, die in den 50 Tagen der Unterdrückung getötet oder verletzt wurden."

Hintergrund waren die Angriffe türkischer Sicherheitskräfte gegen die Kurdische Arbeiterpartei (PKK).

Naki ist sich trotz der harten Strafe jedoch keiner Schuld bewusst: "Ich habe nichts Falsches gemacht. Sie haben mich bestraft, weil ich den Sieg den Menschen gewidmet haben, denen es nicht gutgeht. Und weil ich Frieden will", sagte der Offensivmann der Welt.

Naki hält dagegen

Und Naki gibt sich kämpferisch: "Jeder normale Mensch muss in der Türkei dafür geradestehen, wenn er das sagt, was ich gepostet habe. Die können mir auch 50 Spiele Strafe geben oder mir meine Lizenz wegnehmen, die werden mich nicht kleinkriegen."

Naki bekennt aber auch, angesichts der Querelen, sehnsüchtig an Ex-Klub St. Pauli zu denken: "Das war für mich das Paradies. Vom Himmel bin ich jetzt allerdings in die Hölle geraten", zitiert die Bild den 26-Jährigen.

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