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Das niederländische Idol erliegt nach hartem Kampf seinem Krebsleiden und stirbt im Kreise seiner Familie. Sowohl als Spieler als auch als Trainer feiert er große Erfolge.

Die Fußball-Welt trauert um eine Ikone: Der große Johan Cruyff, die legendäre Nummer 14, ist tot. Das niederländische Fußball-Idol erlag am Donnerstag im Alter von 68 Jahren in Barcelona einem Krebsleiden. "Wir werden dich immer lieben, Johan. Ruhe in Frieden", kondolierte der FC Barcelona, den Cruyff wie kaum ein anderer prägte.

Cruyff sei "friedlich" und "im Kreise seiner Familie nach einem hartem Kampf gegen den Krebs" gestorben, hieß es in einer kurzen Mitteilung auf der Homepage von Cruyffs Stiftung. Nach Bekanntwerden der Nachricht unterbrachen große niederländische TV-Sender sofort das laufende Programm und berichteten in Sondersendungen vom Tod ihres "König Johan".

Auf einer Stufe mit Pele und Beckenbauer

Cruyff gehörte zu den Fußballern, die in einem Atemzug mit Pelé, Franz Beckenbauer, Michel Platini und Diego Maradona genannt werden. "Es gibt kaum Worte für diesen großen Verlust. Er war der größte niederländische Fußballer der Geschichte, und einer der besten weltweit", teilte der niederländische Verband KNVB "in großer Trauer" mit.

Cruyff, Europas Fußballer des Jahrhunderts, war jahrzehntelang bekennender Kettenraucher. Die "Fluppe" gehörte zu dem charismatischen Niederländer wie seine elegante Spielweise. Selbst in der Halbzeitpause paffte der Regisseur seine geliebte Camel ohne Filter. "Der Fußball hat mir in diesem Leben alles gegeben, der Tabak hat mir fast alles weggenommen", sagte Cruyff einst. Erst 1991 nach einer Herz-Operation schwor er dem Glimmstengel ab und setzte sich sogar mit einem Werbespot gegen das Rauchen ein.

Nach einer Herz-OP 1991 stieg Kettenraucher Johan Cruyff auf Lollis um
Nach einer Herz-OP 1991 stieg Kettenraucher Johan Cruyff auf Lollis um © Imago

Cruyff  und der "Voetbal totaal"

Cruyff war als Spieler der Inbegriff des "Voetbal totaal", führte Ajax Amsterdam und den FC Barcelona zu zahllosen Titeln. Cruyffs außergewöhnliches Talent und Gespür für den Fußball war stets unbestritten. "Johan war der bessere Spieler, aber ich war Weltmeister", sagte "Kaiser" Franz Beckenbauer über seinen Freund. Mit dem "Voetbal totaal" stürmten Cruyff und die Oranje-Elf 1974 ins WM-Endspiel in München, wo die Elftal an Beckenbauers Deutschland und eigener Arroganz scheiterte (1:2).

Der frühere Barça-Star (1973-78) gewann als Spieler dreimal den Europapokal der Landesmeister (jeweils mit Ajax Amsterdam) und wurde 1971, 1973, 1974 als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet. Bei Barça setzte er später als Trainer die Philosophie seines Lehrmeisters Rinus Michels fort und machte die Katalanen Anfang der 1990er Jahre zum Serienmeister in Spanien und 1992 zum Gewinner des Europapokals der Landesmeister.

Garant des heutigen Barca-Erfolgs

In Barcelona prägte er auch die von Michels initiierte Jugendakademie La Masia und gilt damit als Begründer des aktuellen Erfolgs der Katalanen. Auch Bayern-Coach Pep Guardiola, der in Barças Akademie ausgebildet wurde und seinen Klub noch immer im Herzen trägt, hatte tiefempfundenen Respekt vor dieser Leistung. "Cruyff baute die Kathedrale. Wir halten sie nur instand", meinte Guardiola einmal.

Noch im Februar hatte sich Cruyff voller Zuversicht gegeben und fest an eine Genesung von seiner Lungenkrebs-Erkrankung geglaubt. "Ich habe das Gefühl, dass ich 2:0 in der ersten Halbzeit eines Spiels führe, das noch nicht zu Ende ist. Aber ich bin mir sicher, dass ich am Ende gewinnen werde", schrieb er damals auf seiner Homepage.

Im Oktober letzten Jahres hatte Cruyff die niederschmetternde Diagnose erhalten und sich anschließend einer Chemotherapie unterzogen. "König Johan" bezeichnete die Resultate danach als "sehr positiv - dank der exzellenten Arbeit der Ärzte, der Zuneigung der Menschen und meiner positiven Mentalität."

Die Fußball-Welt hatte ihm während seines Kampfes immer wieder Mut gemacht. Cruyff hinterlässt seine langjährige Ehefrau Danny und drei Kinder.

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