vergrößernverkleinern
John Anthony Brooks und Jürgen Klinsmann haben das Finale der Copa America vor Augen © Imago

München - Gegen Argentinien könnte Jürgen Klinsmann mit den USA bei der Copa America im eigenen Land Geschichte wiederholen. Zählen kann der Coach dabei auf Stützen aus der Bundesliga.

Jürgen Klinsmann weiß, wie man Argentinien stoppt.

2006 schaltete Klinsmann die Argentinier noch als Teamchef mit der deutschen Nationalmannschaft im Elfmeterschießen aus. Zehn Jahre später will der 51-Jährige mit den USA im Halbfinale der Copa America vor über 70.000 Fans in Houston persönliche Historie wiederholen.

"Sobald die reguläre Spielzeit endet, geht es ins Elfmeterschießen, und da haben wir ja gute Erfahrungen. Dann gewinnen wir es halt im Elfmeterschießen", zeigte sich Klinsmann in einer Telefonkonferenz gewohnt optimistisch.

Brooks und Johnson stark - Pulisic lauert

Bloß nicht in Ehrfurcht erstarren vor Phänomen Lionel Messi, Tormaschine Gonzalo Higuain und Co. "Die kochen auch nur mit Wasser", wischte Klinsmann die Zweifel weg – und verwies stattdessen auf die eigene Stärke, die nicht zuletzt aus der Bundesliga kommt.

"Diese Copa America zeigt den Reifeprozess der Jungs, die in Europa und gerade auch in der Bundesliga gespielt haben", lobte Klinsmann.

Abwehrmann John Anthony Brooks von Hertha BSC sieht er als "besten Innenverteidiger der Copa America", Fabian Johnson sorgte als Außenverteidiger hinten für Sicherheit, vorne für Gefahr.

Und dann ist da noch Christian Pulisic von Borussia Dortmund. Der 17-Jährige bestreitet bei der Copa sein erstes großes Turnier. Eingesetzt wurde er bislang nur beim 0:2 zum Auftakt gegen Kolumbien.

Doch auch angesichts dreier gesperrter Spieler ist der Mittelfeldmann für Klinsmann auf SPORT1-Nachfrage eine echte Option: "Wir schauen, wo die Möglichkeit besteht, ihn reinzuschmeißen. Es kann sein, dass er sogar gegen Argentinien reinkommt. Aber man muss da Schritt für Schritt gehen bei so einem jungen Kerl."

Hoffnungsträger Wood gesperrt

Für den US-Coach ist Pulisic in erster Linie ein großes Versprechen für die Zukunft. "Der Junge zeigt in jedem Training bei uns, dass er Klasse hat. Er ist für uns ein Hoffnungsträger für hoffentlich viele Jahre", so der Trainer.

Nicht helfen kann hingegen Bobby Wood, der gegen Argentinien gesperrt ist. Zuletzt war der Neu-Hamburger in Klinsmanns Zweierangriff gesetzt. "Vor zwei Jahren haben sie mich ausgelacht, als wir ihn gegen Tschechien gebracht haben", erinnert sich der Coach an Woods' Anfänge im US-Team: "Aber wir haben ihn sorgsam und in aller Ruhe aufgebaut. Und jetzt hat er den Durchbruch geschafft."

Klinsmann: "Let's go for it!"

Überhaupt sieht Klinsmann in den letzten Jahren einen Wachstumsprozess seiner Mannschaft, nicht zuletzt auch dank erfolgreicher Testspiele gegen Mannschaften aus der Weltspitze (darunter Siege gegen Deutschland und die Niederlande).

Entsprechend heiß ist Klinsmann nach dem Erreichen des Minimalziels Halbfinale nun auf ein mögliches Finale. Messi hin oder her: "Natürlich ist es eine große Hausnummer. Aber wir sagen: 'Lass es uns probieren! Let's go for it!"  

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel