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Chris Löwe, Elias Kachunga und David Wagner wollen mit Huddersfield Town durchstarten © SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Getty Images

München - David Wagner formte beim BVB einst die Talente für Jürgen Klopp. Nun leitet er in Englands zweiter Liga eine Revolution ein, die selbst seinen alten Lehrmeister übertrumpft.

Es dürfte ein emotionales Wiedersehen werden. An diesem Abend trifft Jürgen Klopp mit seinem FC Liverpool beim Testspiel gegen Huddersfield Town nicht auf einen gewöhnlichen Trainerkollegen. Er trifft auf David Wagner. Klopps besten Freund, seinen Trauzeugen und - als damaliger U23-Trainer - langjährigen Wegbegleiter bei Borussia Dortmund.

"Mach es", soll Klopp Wagner im vergangenen November empfohlen haben, als der ein Angebot des englischen Zweitligisten aus Huddersfield vorliegen hatte.

Wagner sagte zu, und leitete seitdem einen Umbruch ein, der selbst Klopps Neuausrichtung bei Liverpool in den Schatten stellt.

Gegenpressing als Rezept

"Wagner Revolution" nennt Huddersfield Town selbst das Projekt, das der Klub in diesem Sommer ausgerufen hat.

Der 44-Jährige, für den die Blau-Weißen die erste Station überhaupt als Cheftrainer sind, beschrieb das angestrebte Ziel schon bei seinem Amtsantritt: Gegenpressing, Gegenpressing, Gegenpressing. "Es gibt nicht nur einen Weg, um im Fußball erfolgreich zu sein, aber das war unser Weg in Dortmund - und mein Weg", erklärte Wagner.

Dafür konnte er in dieser Transferperiode den Kader nach seinen Vorstellungen formen. Das Resultat: Sieben Sommerzugänge holte Huddersfield aus Deutschland. Mit dem Ex-Lauterer Chris Löwe, Jon Gorenc-Stankovic und Ivan Paurevic (der über den Umweg über Fortuna Düsseldorf und FK Ufa nach England kam) verpflichtete der Verein gleich drei Spieler, mit denen Wagner schon bei Dortmunds zweiter Mannschaft gearbeitet hat.

Außerdem sind Christopher Schindler (1860), Michael Hefele (Dynamo Dresden) und Elias Kachunga (FC Ingolstadt) gekommen. So kompromisslos bediente sich selbst Klopp nicht in der alten Heimat.

Hashtag schon Kult

Wagner ist zufrieden. "Wir haben eine interessante Truppe beisammen. Wir haben einen guten Altersschnitt, viel Tempo und gute fußballerische Qualität", sagte er.

Gute Voraussetzungen, um eine bessere Rolle zu spielen als in der Vorsaison.

Denn da lief für Wagner noch wenig zusammen: In der 24 Mannschaften starken Championship belegte Huddersfield Town am Ende Platz 19. Im Schnitt holte Wagner lediglich 1,16 Punkte pro Spiel. Nur unwesentlich mehr als sein wegen Erfolglosigkeit entlassener Vorgänger Chris Powell (1,14).

Dennoch hat es Wagner inzwischen geschafft, mit seiner "Wagner Revolution" neue Euphorie zu entfachen. Der zugehörige Hashtag ist ein Selbstläufer, und gegen Liverpool winkt die Einstellung eines 62 Jahre alten Klubrekords. Das heimische John Smith's Stadium war bereits Tage vor dem Spiel restlos ausverkauft.

Mit 21.000 Zuschauern werden so viele Zuschauer wie nie bei einem Testspiel der "Terriers" Zeuge sein, wenn sich die Macher des Gegenpressings gegenüberstehen.

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