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Sepp Blatter muss sich vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS verantworten
Joseph Blatter will seinen Ruf reinwaschen, aber ein Urteil des CAS auch im Falle einer Niederlage akzeptieren © Getty Images

Joseph Blatter wird auch bei einer Niederlage vor dem Sportgerichtshof nicht weiter gegen seine Sperre vorgehen. Grund für die Entscheidung: Er sei schließlich Fußballer.

Letzte Instanz CAS: Der ehemalige FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (Schweiz) will den Richterspruch des Internationalen Sportgerichtshof CAS akzeptieren und auch im Falle einer Niederlage nicht weiter gegen seine Sperre vorgehen.

Das kündigte der frühere Boss des Fußball-Weltverbandes am Donnerstagmorgen vor seiner 14-stündigen Anhörung in Lausanne an.

"Ich werde das Urteil akzeptieren. Ich hoffe, dass es positiv für mich sein wird - aber wir sind Fußballer: Wir lernen das Gewinnen, aber auch das Verlieren", sagte der 80-Jährige bei seiner Ankunft am CAS-Gebäude in Lausanne. Die Anhörung begann um 8.30 Uhr und endete erst gegen 22.30 Uhr. Wann das Urteil fallen wird, ist offen. Voraussichtlich werden allerdings einige Wochen verstreichen. 

FIFA glaubt ihrem Ex-Präsidenten nicht

Blatter wurde im vergangenen Jahr zusammen mit dem damaligen Europaverbands-Präsidenten Michel Platini (Frankreich) von der FIFA-Ethikkommission wegen einer dubiosen Millionen-Zahlung der FIFA an Platini für acht Jahre gesperrt.

Die Berufungskommission des Weltverbands reduzierte die Strafe auf sechs Jahre. Der CAS entschied im Fall Platini, dass nur vier Jahre angemessen seien. Der 61-Jährige trat daraufhin dennoch als Boss der Europäischen Fußball-Union (UEFA) zurück.

Wie Platini pocht auch Blatter auf die Rechtmäßigkeit der Zahlung. Beide sprechen von einem mündlichen Vertrag, doch die Ethik- und FIFA-Richter folgten dieser Darstellung nicht.

"Zum x-ten Mal die Wahrheit berichten"

Für Platini ging es vor dem CAS um die Fortsetzung seiner Funktionärskarriere. Blatter dagegen wurde im Februar an der FIFA-Spitze von seinem 46 Jahre alten Landsmann Gianni Infantino abgelöst - ihm geht es "nur" noch um seinen Ruf.

Der als Zeuge geladene Platini hat allerdings nicht viel Hoffnung für Blatter.

"Ich bin mir nicht sicher, ob eine Entscheidung nicht schon gefallen ist", äußerte Platini vor seiner Einlassung am Donnerstag vielsagend: "Ich werde schließlich zum x-ten Mal die Wahrheit über die Sache berichten."

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