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Real Madrid gewinnt den europäischen Supercup - dabei sieht es gegen Sevilla lange nach einer Niederlage aus. Ramos leitet auf den letzten Drücker die Wende ein.

Die Titeljäger von Real Madrid haben die neue Saison standesgemäß, aber auch mühsam mit einer weiteren Trophäe begonnen.

Durch ein dramatisches 3:2 nach Verlängerung (2:2, 1:1) sicherte sich der spanische Rekordmeister und amtierende Champions-League-Sieger auch ohne seine Top-Stars Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Toni Kroos zum dritten Mal den europäischen Supercup.

Im rein spanischen Duell mit dem FC Sevilla wurde der Ex-Leverkusener Daniel Carvajal (119.) kurz vor dem Ende der Verlängerung mit dem Siegtor zum Helden.

Asensio erzielt das 1:0

Jungstar Marco Asensio (21.) hatte Real in Führung geschossen. Der bei Sevilla ausgebildete Real-Kapitän Sergio Ramos (90.+3.) machte im Lerkendalstadion bei nasskalten Bedingungen die Verlängerung für Madrid erst möglich.

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Franco Vazquez (41.) und der kurz zuvor eingewechselte Ukrainer Eugen Konopljanka (72., Foulelfmeter) erzielten im norwegischen Trondheim die Tore für den Außenseiter, der nach der Gelb-Roten Karte gegen Verteidiger Thimothee Kolodziejczak (93.) über weite Strecken der Verlängerung in Unterzahl spielen musste. Für Sevilla war es beim fünften Auftritt die vierte Niederlage im UEFA Supercup.

Zidane lobt seinen Leader

Trainer Zinedine Zidane nahm den ersten Pokal der neuen Saison gerne mit. "Es war ein großartiges Spiel von beiden Seiten und unser Sieg ging in Ordnung", sagte der Real-Coach, der besonders die Willensstärke seines Spielführers pries: "Sergio hat schon oft den Unterschied gemacht. Er ist unser Mann für die entscheidenden Momente, er weiß dann ganz genau, was er tun muss."
Der 30-Jährige gab derlei Komplimente artig zurück. "Ich bin ein Real-Gewächs und weiß, das ich immer alles geben muss. Das ist einfach unsere Klub-DNA", erklärte der Abwehrspieler pathetisch.

Für Zidane hatte sich nach diesem Sieg gegen die Andalusier auch die Diskussionen über weitere Transferaktivitäten erledigt: "Man hat gesehen, dass wir genügend gute Spieler haben."

Real ohne Ronaldo, Bale und Kroos

Beim elfmaligen Champions-League-Sieger aus Madrid musste Trainer Zinédine Zidane auf seine Top-Stars Ronaldo (nach Innenbandverletzung) sowie Bale und Kroos (beide Trainingsrückstand nach der EM) verzichten.

Zugleich schonte der frühere Weltstar zunächst auch Hochkaräter wie Luka Modric, James Rodriguez und Karim Benzema. Das Trio wurde erst in der umkämpften Schlussphase der regulären Spielzeit eingewechselt.

Aufseiten Sevillas schaffte der von Bundesliga-Absteiger Hannover 96 nach Andalusien gewechselte Japaner Hiroshi Kiyotake bei der Pflichtspielpremiere des neuen Trainers Jorge Sampaoli gleich den Sprung in die Startelf.

Allerdings war der Aderlass beim fünfmaligen Europa-League-Sieger auch beachtlich: Neben Erfolgstrainer Unai Emery (Paris St. Germain) verließen unter anderem Coke (Schalke 04), Ever Banega (Inter Mailand) und Kevin Gameiro (Atletico Madrid) den Europa-League-Sieger der letzten drei Jahre.

Traumtor aus 25 Metern

Madrid war vor rund 20.000 Zuschauern über weite Strecken der ersten Hälfte die bestimmende Mannschaft und verdiente sich die Führung durch den 20-jährigen Asensio, der aus 25 Metern ein Traumtor in den Winkel erzielte.

Nach rund einer halben Stunde ließ die Intensität bei den Madrilenen etwas nach. Sevilla konnte den Druck erhöhen und kam vier Minuten vor der Pause durch Vazquez aus dem Strafraumgewirr nicht unverdient zum Ausgleich.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Real das Tempo. Ein Fernschuss von Mittelfeldregisseur Isco (55.) verfehlte das Tor von Sevilla-Keeper Sergio Rico, auch der kurz zuvor eingewechselte Benzema zielte per Kopf zu ungenau (64.).

Das Tor fiel auf der Gegenseite, als Vitolo im Strafraum gegen Reals Kapitän Sergio Ramos ins Dribbling ging und zu Fall gebracht wurde. Konopljanka verwandelte kühl zur Führung. 

Ramos erzwingt Verlängerung

In der Nachspielzeit machte Ramos seinen Fehler wieder wett, indem er nach einer Carvajal-Flanke aus wenigen Metern zum 2:2 einköpfte. In der 99. Minute schlug Ramos im Luftkampf erneut zu, allerdings erkannte der serbische Schiedsrichter Milorad Mazic ein Foulspiel des 30-Jährigen.

Real verlegte sich auch in Überzahl auf Konter und wäre damit fast zum Erfolg gekommen, doch Lucas Vazquez (111.) scheiterte freistehend gegen Rico. Als das Elfmeterschießen unabwendbar schien,  setzte Carvajal den entscheidenden Stich.

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