vergrößernverkleinern
Deniz Naki spielt derzeit für einen türkischen Drittligisten
Deniz Naki spielt derzeit für einen türkischen Drittligisten © Getty Images

Deniz Naki wird von einem Gericht in der Türkei freigesprochen. Dem ehemaligen Zweitligaspieler wurde die "Verbreitung von Terrorpropaganda" vorgeworfen.

Gute Nachrichten für Deniz Naki: Der ehemalige Bundesliga-Profi muss nicht ins Gefängnis. Die türkische Staatsanwaltschaft zog ihre Anklage wegen der "Verbreitung von Terrorpropaganda" am Dienstag in Diyarbakir überraschend zurück.

Bei einer Verurteilung hätte ihm eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren gedroht. Naki hatte eigenen Angaben zufolge "mit dem Schlimmsten" gerechnet.

"Ich bin einfach glücklich. Damit habe ich nicht so schnell gerechnet. Ich hatte die Befürchtung, dass das Verfahren in die Länge gezogen wird und ich vielleicht sogar eingebuchtet werde", sagte er der Bild. "Ich wusste immer, dass ich im Recht bin. Ich bin froh, dass der Staat mir das bestätigt hat", ergänzte Naki, der sich nun wieder auf den Fußball konzentrieren will.

Die Verhandlung habe rund 55 Minuten gedauert. "Erst wurde vorgelesen, wofür ich angeklagt wurde. Ich habe dann gesagt, dass ich hundert Prozent hinter dem stehe, was ich gepostet habe. Dass das eine Friedensbotschaft war, dass ich nicht will, dass Menschen sterben", sagte Naki der Zeitung Die Welt: "Am Ende hat der Staatsanwalt gesagt, dass das unter freie Meinungsäußerung fällt. Er meinte, das Gericht soll mich freisprechen. Und das hat der Richter dann gemacht."

Der frühere deutsche U21-Nationalspieler stand unter anderem beim FC St. Pauli und SC Paderborn unter Vertrag, mittlerweile spielt er für den türkischen Drittligisten Amed SK.

Zum Verhängnis wurde Naki unter anderem ein Facebook-Eintrag im Januar, als er den Sieg im Pokal-Achtelfinale über Erstligist Bursaspor den Opfern des Kurdenkonflikts widmete. Daraufhin wurde ihm konkret vorgeworfen, für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK geworben zu haben.

Durch den darauffolgenden Prozess erhielt Naki viel internationale Aufmerksamkeit und Solidaritätsbekundungen, unter anderem von seinem ehemaligen Klub St. Pauli, der heute via Twitter die Verfahrenseinstellung verkündete.

Als Zeichen der Unterstützung des Ex-Schützlings übergibt der Verein außerdem ein T-Shirt mit Untschriften aller Spieler an Naki.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel