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Guilherme (r.) und sein verstorbener Bruder Matheus Biteco standen beide bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag © SPORT1-Grafik: Getty Images/Imago/Picture Alliance

Rio de Janeiro - Zu den Todesopfern des tragischen Flugzeugabsturzes in Kolumbien zählt auch der Ex-Hoffenheimer Matheus Biteco. Dessen Bruder berichtet über die Umstände des Dramas.

Guilherme Biteco hatte sein Ticket schon gekauft, um nach Chapeco zu fliegen - die 200.000 Einwohner-Stadt im Süden Brasiliens, in der sein Bruder spielte.

Dort wollte er Matheus eine Freude machen, sich am kommenden Sonntag das letzte Spiel Chapecoenses in der brasilianischen Meisterschaft anschauen und seinen Neffen kennenlernen.

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Der ehemalige Hoffenheimer Matheus Biteco, 21, der vom Bundesligisten Anfang des Jahres für die Rückrunde ausgeliehen war, ist einer der Spieler, die bei dem Absturz des Flugzeuges ums Leben kamen, das die Spieler Chapecoenses nach Kolumbien bringen sollte.

Vater überbringt Todesnachricht

Bestürzt betrauerte Guilherme Biteco den Verlust. Der 22-Jährige stand von 2013 bis 2016 bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag, blieb aber ohne Einsatz und kehrt zum Jahresende seiner Leihstation Ceará Sporting Club in der zweiten brasilianischen Liga den Rücken.

Die beiden Brüder stammen aus Porto Alegre und wurden von Gremio ausgebildet. Gabriel, 17, der jüngste Bruder, spielt noch in der dortigen Jugend. Ihr Vater hat Guilherme über den Tod seines Bruders informiert.

"Ich habe geschlafen und er kam mit dieser Nachricht an. Im ersten Moment habe ich es nicht geglaubt. Bis jetzt kann ich es nicht glauben. Und wir werden es auch nicht glauben, bis wir den Körper sehen. Für unsere Familie ist das in diesem Moment sehr schwer ", sagte er dem Portal G1. Nach Kolumbien möchte derzeit allerdings niemand aus der Familie reisen, sondern eher nach Chapecó. 

Nicht mehr gemeinsam bei Chapeco

Guilherme erinnert sich, dass sein Bruder dort sehr glücklich war. Auch darüber, das Finale der Copa Sudamericana erreicht zu haben, wohin die Delegation des Klubs unterwegs war. Und über die Geburt des ersten Sohnes vor vier Monaten: "Er war gerade von einer Verletzung zurückgekommen, hatte regelmäßig Spielzeit bei Chapecoense und eine Familie gegründet."

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Es bestand sogar die Möglichkeit, dass die beiden Brüder so wie bei Gremio wieder zusammen spielen - diesmal bei dem Klub aus dem Bundesstaat Santa Catarina. Matheus habe nur Gutes berichtet, Chapecoense sei ein sehr organisierter Verein, erklärt Guilherme. "Wir haben mit den Vereinsverantwortlichen gesprochen. Es war quasi fix, da passierte diese Tragödie." 

Guilherme versuchte am vergangenen Montag sogar noch, mit Matheus in Kontakt zu treten. 

Also schickte er eine Nachricht - und bekam keine Antwort. Er wird auch keine mehr bekommen. Was bleibt? "Wir versuchen unsere Träume zu verwirklichen. Der von Matheus wurde unterbrochen. Wir versuchen, dorthin zu kommen, wo er hinkommen wollte."

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