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München und Madrid - Der FC Barcelona gewinnt den Clasico in letzter Minute bei Real Madrid und zieht in der Tabelle vorbei. Lionel Messi wird zum Helden. Sergio Ramos rastet aus.

Der FC Barcelona hat im mit Spannung erwarteten Clasico bei Real Madrid einen Last-Minute-Sieg gefeiert und Real Madrid in der Tabelle überholt.

Die Katalanen kamen vor 81.044 Zuschauern im Santiago Bernabeu zu einem 3:2 (1:1), zwölf Sekunden vor Ablauf der Nachspielzeit traf Lionel Messi mit seinem 500. Pflichtspieltor für Barca zum Sieg (90. +2).

Casemiro brachte Real nach 28 Minuten in Führung, Messi sorgte fünf Minuten später nach einem tollen Solo für den Ausgleich. In einem hochklassigen und chancenreichen Clasico gelang dem früheren Schalker Ivan Rakitic mit einem Schlenzer aus 18 Metern das vermeintliche Siegtor (73.).

Messi mit Jubiläumstor

Der drei Minuten zuvor eingewechselte James Rodriguez machte Barca jedoch einen Strich durch die Rechnung (85.) - dann kam Messi.

"Er ist für mich der beste Spieler der Geschichte, und ich habe viel Fußball gesehen", sagte Barca-Trainer Luis Enrique über seinen Superstar: "Im modernen Fußball, wo alles physisch und taktisch besser ist, macht er immer noch den Unterschied."

Zum Zeitpunkt des Siegtores war Barcelona bereits in Überzahl: Real-Star Sergio Ramos grätschte mit beiden Beinen voraus in Messi hinein und sah beim Stand von 1:2 zurecht glatt Rot (77.). Bei seinem Abgang machte der Verteidiger zudem noch beleidigende Gesten in Richtung Zuschauer. Ramos dürfte eine lange Sperre drohen.

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Real wird Elfmeter verwehrt

Womöglich hatte Ramos dabei noch eine Szene zu Beginn des Spiels im Hinterkopf: Nach zwei Minuten brachte Samuel Umtiti Cristiano Ronaldo im Strafraum zu Fall, der fällige Elfmeter-Pfiff von Referee Alejandro Hernandez Hernandez blieb jedoch aus. Auch im Anschluss kam es mehrmals zu hitzigen Szenen und grenzwertigen Fouls.

"Beim Stand von 2:2 hätten wir unsere Köpfe benutzen müssen", kritisierte Real-Coach Zinedine Zidane: "Wir denken immer positiv und waren der Meinung, wir können das dritte Tor schießen, aber haben dann unsere Positionen verlassen. Und man sieht ja, was passiert ist."

Barca liegt nun aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs - das Hinspiel endete 1:1 - punktgleich vor Real. Die Königlichen haben jedoch noch ein Nachholspiel bei Celta Vigo in der Hinterhand.

Nach dem Halbfinal-Einzug in der Champions League muss Real nun wieder darum bangen, das Double aus Meisterschaft und dem wichtigsten europäischen Wettbewerb zu gewinnen. Dies war den Königlichen zuletzt 1958 gelungen. Bei sieben verbleibenden Ligaspielen sehnt sich der Verein nach dem ersten Meistertitel seit 2012.

Bale-Comeback endet früh

Zu allem Überfluss musste Flügelflitzer Gareth Bale, der nach seiner Verletzung überraschend in der Startelf stand, schon vor dem Seitenwechsel wieder ausgewechselt werden.

Bei Barcelona fehlte Neymar aufgrund einer Rotsperre, gegen die der Verein vor dem spanischen Sportgericht TAD Protest eingelegt hatte. Da kurzfristig keine Gerichtsentscheidung gefallen war, konnte Enrique im Duell mit Real nicht auf den brasilianischen Ausnahmespieler zurückgreifen.

Für den besonderen Glamour-Faktor im ausverkauften Santiago Bernabeu sorgte Golf-Star und Masters-Sieger Sergio Garcia, der im "Green Jacket" den symbolischen Anstoß ausführte.

Die beiden Nationalspieler Toni Kroos (Real) und Marc-Andre ter Stegen (Barcelona) kamen über die volle Spielzeit zum Einsatz und standen mehrmals im Mittelpunkt, doch die Schlagzeilen gehörten Lionel Messi.

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