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FBL-FRA-LIGUE1-PSG-RENNES
Zlatan Ibrahimovic spielt bei Frankreichs Meister Paris St. Germain © Getty Images

In Frankreichs Liga schrillen die Alarmglocken: Gut ein Jahr vor der EM-Endrunde 2016 im eigenen Land hat eine für den Liga-Verband erstellte Studie über die Wettbewerbsfähigkeit besonders der Ligue 1 erhebliche Nachteile gegenüber der Bundesliga und anderen ausländischen Meisterschaften ergeben. Laut der von der Fachzeitung L'Equipe veröffentlichten Kernergebnisse der Untersuchung verliert Frankreich zunehmend den Anschluss zur internationalen Konkurrenz.

Für die französischen Vereine sind nach Auswertung des 32-seitigen Dossiers und seiner für Sponsoren brisanten Inhalte die Sozialabgaben eine besondere Belastung: Pro 600.000 Euro Jahresgehalt werden für die Klubs zusätzlich 186.000 Euro Abgaben fällig. In der Bundesliga sind es wegen der entsprechenden Obergrenze maximal 12.000 Euro.

Darüber hinaus werden die Vereine in Frankreich anders als ihre deutschen Rivalen auch für Polizeieinsätze zur Kasse gebeten: Die Kosten sind von 2009 bis 2013 um 95 Prozent gestiegen und belaufen sich derzeit pro Klub auf jährlich 5,75 Millionen Euro.

Auch das seit 1991 geltende Werbeverbot für Alkohol lässt die Ligue 1 offenbar massiv ins Hintertreffen geraten. Hingegen fließen dafür der Studie zufolge in der englischen Premier League jährlich 28,5 Millionen Euro, in Spanien 27,5 und in der Bundesliga auch noch 24,2 Millionen Euro. Dazu fehlen auch Einnahmen aus dem Bierverkauf, der für den Profifußball in Deutschland auf 40 Millionen Euro geschätzt wird.

Nicht zuletzt hinken die französischen Klubs auch bei den Sponsoring-Einnahmen hinterher: Da die Ligue 1 fast nur im Pay-TV zu sehen ist und wegen veralteter Stadien nur knapp mehr als 20.000 Besucher pro Spiel kommen, zahlen Sponsoren insgesamt nur 198 Millionen Euro pro Saison. Zum Vergleich: In England erreichen die Sponsoring-Einnahmen 874 Millionen Euro, in Deutschland 579 und in Spanien 557.

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