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Bastian Schweinsteiger wird bei seinem MLS-Debüt gleich zum Mann des Spiels. Nach dem Abpfiff dankt der Weltmeister seinem Trainer und erklärt seine Gefühle.

Bastian Schweinsteiger holte den Ball aus dem Netz, schlug sich mit der Hand auf die Brust und rannte zum Feiern mit den Fans in Richtung Eckfahne. Die Anhänger in Block 8 riefen "Basti, Basti", aus den Boxen dröhnte der AC/DC-Klassiker "Thunderstruck" - und für die Zeitung Chicago Tribune reichte das Kopfball-Tor des Weltmeisters nach knapp 17 Minuten im Trikot von Chicago Fire für den Kommentar: "Es begann wie ein Traum."

Zunächst feierte der ehemalige deutsche Nationalspieler vor den Augen von Ehefrau Ana Ivanovic im ersten Spiel gegen Montreal Impact das Führungstor. Dann drehten die Kanadier die Partie in der zweiten Halbzeit, ehe den Gastgebern doch noch in der Nachspielzeit der 2:2-Endstand gelang.

Nach der Partie zeigt sich der 32-Jährige hochzufrieden: "Auch, wenn wir nicht gewonnen haben: Ich genieße den Moment! Es ist ein super Gefühl, wieder Fußball zu spielen. Ich habe lange nicht mehr so richtig Fußball spielen können", blickte er auf die harte Zeit bei Manchester United zurück.

Beim Debüt gleich Mann des Spiels

"Ich habe das Verlangen danach gespürt, mal wieder auf dem Platz zu stehen. Das ist das, was ich am meisten liebe! Ich bin froh, dass ich das hier bei Chicago Fire kann", sagte Schweinsteiger.

All das verriet der 32-Jährige, der natürlich zum "Man of the Match" gewählt wurde, den Medienvertretern beim Plausch in der Umkleide - und kam dabei gleich auf die Unterschiede zwischen der MLS und dem europäischen Fußball zu sprechen. "Vieles ist anders - wie zum Beispiel unser Gespräch hier in der Kabine", äußerte Schweinsteiger: "Aber nach einem Spiel kann ich mir noch kein Urteil über das Niveau erlauben, dafür brauche ich ein paar Partien."

"Chicago eine Super-Stadt"

Matteo Mancosu (61.) und Ballou Tabla (90.) brachten die Gäste nach Schweinsteigers Führungstor plötzlich in Führung, ehe der eingewechselte Luis Solingnac (90.+3) das Remis rettete. Zudem mussten sowohl Chicagos Juninho (71./Gelb-Rot) als auch Montreals Victor Cabrera (80./Rot) vorzeitig vom Platz.

Nach vier Saisonspielen liegt Fire mit einem Sieg, zwei Remis und einer Niederlage im Mittelfeld der Tabelle. Die vergangene Saison hatte das Team auf dem letzten Platz der Eastern Conference beendet.

"Natürlich hat es super gepasst, dass Chicago eine Super-Stadt ist. Aber am meisten hat mich die Idee des Trainers fasziniert, wie er mit mir gesprochen hat. Es ist aber nicht so, dass wir sagen können, dass wir von heute auf morgen vom Letzten zur Top-Mannschaft werden. Das ist ein langer Weg. Wenn wir die Playoffs erreichen würden, wäre das super. Das geht aber nur mit harter Arbeit", meinte Schweinsteiger nach dem Schlusspfiff.

Trotz seines Vertrags über lediglich zwölf Monate fühlt sich der Mittelfeldspieler schon heimisch. "Wir haben uns ganz gut eingelebt. Wir sind noch im Hotel, aber suchen schon eine Bleibe. Es ist eine tolle Stadt. Solche Erfahrungen macht man gerne."

Erstes Ligator seit November 2015

Für Schweinsteiger war es das erste Tor in einem Ligaspiel seit Manchesters 1:1 gegen Leicester City im November 2015. Der 32-Jährige war erst am Mittwoch bei seinem neuen Klub in den USA vorgestellt worden, zu dem er von Manchester United gewechselt war.

Vor Schweinsteiger hatten erst acht Spieler bei ihrem Debüt für Chicago getroffen. Der letzte, dem dies gelang war Beji Joya im März 2014. 

Dem Weltmeister war elf Tage nach Bekanntgabe des Transfers von Manchester United nach Chicago die fehlende Spielpraxis der vergangenen Monate kaum anzumerken.

Mit der Nummer 31 auf dem Rücken nahm der Routinier eine ungewohnt offensive Rolle ein, dirigierte viel, trat Eckbälle und wurde 90 Minuten lang immer wieder von seinen Mitspielern gesucht.

"Vergangene Saison hätten wir so eine Partie verloren. Bastian hat eine Siegermentalität mitgebracht", lobte Trainer Veljko Paunovic seinen neuen Schützling, in dessen Statistik drei Torschüsse, fünf Ecken und zwei Fouls zu finden waren: "Wir sind durch seine Pässe ganz klar besser in der Offensive. Und seine Ruhe im Spielaufbau haben der Mannschaft sehr geholfen."

Wie groß die Hilfe Schweinsteigers in den kommenden Wochen ist, wird sich noch zeigen. Immerhin lockte sein Debüt 15.103 Zuschauer in die Arena - 2000 mehr als beim Heimspiel zuvor.

Entsprechend positiv waren die Reaktionen in den sozialen Medien:

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