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Manchester United v Tottenham Hotspur - Premier League
Das Dirigieren beherrscht er auch schon auf Englisch: Bastian Schweinsteiger © Getty Images

München - Englische Medien kanzeln Bastian Schweinsteiger nach mäßigem Debüt ab, doch die Fans schließen ihn ins Herz. Den Münchner Gärtnerplatz vermisst er bereits.

Debütiert - und gleich mal von den englischen Medien abgekanzelt.

Die Daily Mail stempelte Bastian Schweinsteiger als schlechtesten United-Spieler des Tages mit der Note fünf ab (Bestnote 10).

In seinen 30 Minuten Einsatzzeit gewann der Neuzugang nur einen von fünf Zweikämpfen und kassierte nach acht Minuten bereits Gelb.

Statsistisch gesehen verlief Schweinsteigers erster Auftritt in der Premier League gegen die Tottenham Hotspurs (1:0) sehr ernüchternd.

Standing Ovations

Der Nationalelfkapitän, der nach 17 Jahren bei Bayern München in Manchester die letzte große Herausforderung seiner Klubkarriere sucht, konnte fußballerisch noch nicht den großen Erwartungen gerecht werden. Wie Trainer Louis van Gaal bereits vor dem Spiel angedeutet hatte: Sein auserkorener Wunschsspieler ist noch nicht fit.

Das Wichtigste jedoch an diesem sonnigen Samstagnachmittag im altehrwürdigen Old Trafford gelang: Schweinsteigers Team sicherte sich die ersten drei Punkte im langen Meisterschaftskampf. Und auch auf der emotionalen Ebene glückte sein Debüt auf voller Linie.

Bestückt mit seiner Lieblingsnummer 31 betrat Schweinsteiger um 14.02 Uhr Ortszeit den Rasen - und das "Theatre of Dreams" erhob sich. Unter stehenden Ovationen der über 75.000 Fans klatschte Schweinsteiger mit Michael Carrick ab, für den er aufs Feld kam. Schon bei seinen ersten Schritten war der Respekt spürbar, den die englischen Fans dem Weltmeister entgegenbringen.

"Ein gutes Gefühl"

Für Schweinsteiger war es ein Gänsehautmoment: "Es war sehr schön, ein gutes Gefühl."

Trotz des Sieges gestand Schweinsteiger seine von van Gaal angeprangerten Defizite selbstkritisch ein: "Es fehlt schon noch ein bisschen der Rhythmus. Ich hatte in der Vorbereitung eigentlich einen ganz guten Einstand, dann aber eine Wadenverletzung, die mich etwas zurückgeworfen hat. Ich bin ja auch ein bisschen später zurück zur Mannschaft gestoßen, deswegen hat er da ganz klar Recht. Ich brauche noch ein bisschen Trainingsrhythmus, dann wird das schon."

Schweinsteiger genießt

Schweinsteiger hat noch viel Arbeit vor sich, sieht sich aber gerüstet. 30 durchwachsene Minuten waren jedenfalls bereits genug für erste Vergleiche mit der Bundesliga.

Er sah "sehr viel Power im Spiel. Die Zuschauer erwarten immer, dass man gleich nach vorne spielt und es große Torchancen gibt." Das sei "manchmal einen Tick zu viel", doch er "mag es, dass sehr viel Emotion im Spiel ist. Ich genieße es, hier Fußball zu spielen."

Old Trafford statt Nöttingen. Während Schweinsteiger sein vielbeachtetes Premier-League-Debüt feierte, waren seine alten Kollegen auf dem Weg zur ersten Pokalrunde.

Denkt Schweinsteiger überhaupt noch an den FC Bayern? Und ob. Das Bayern-Urgestein versucht, "so viel es geht mitzuverfolgen. Ich konzentriere mich schon sehr auf Manchester United und auf das, was hier passiert. Aber ich schiele auch immer mit einem Auge nach München."

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