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Liverpool - Jürgen Klopp gibt sich vor seinem Debüt in der Premier League mit Liverpool gegen Tottenham gelassen. Gegen den Hype um sich hat er Maßnahmen ergriffen.

Sein Debüt in der englischen Premier League wird mit Spannung erwartet - und von einem schon überlebensgroßen Hype begleitet. Unter Druck setzen lassen will Jürgen Klopp sich davon aber nicht.

"Der Druck, den ich mir selbst mache, ist schon groß genug. Mir braucht niemand zu sagen, dass ich erfolgreich sein muss. Das weiß ich selbst", sagte der neue Teammanager des FC Liverpool am Donnerstag.

"Was sollen wir uns jetzt den Kopf zerbrechen über die Erwartungen von außen. Ich bin gelassen", fügte er an.

Klopp muss an der White Hart Lane auf die verletzten Christian Benteke, Roberto Firmino und Joe Gomez verzichten, große Dinge will er gegen die Spurs nicht verändern. "Es ist nicht die Zeit dazu. Ich versuche, einige kleine Stellschrauben in die richtige Richtung zu drehen. Wir müssen kompakt auftreten", sagte der frühere Dortmunder.

Spieler beeindruckt

Bei seinen Spielern hat Klopp aber schon einen mächtigen Eindruck hinterlassen. "Seid konzentriert, seid aggressiv, auch zu euch selbst, versucht, immer besser zu sein, immer zehn Meter mehr zu rennen, denn das wird der Schlüssel zum Erfolg sein", so erinnerte sich Mittelfeldspieler Luca Leiva an Klopps erste Worte an die Spieler.

"Klopp scheint sehr leidenschaftlich zu sein. Er mag es, alles reinzuhauen, was er hat – und er verlangt von den Spielern dasselbe. Er gibt viele Informationen, und als Spieler müssen wir jetzt zuhören und eine Menge lernen", wurde Leiva unter anderem in der Daily Mail zitiert.

Klopp selbst betonte am Donnerstag, dass er bisher mit seinem Team "drei sehr gute Einheiten gehabt" habe. "Die Jungs hören sehr gut zu und verstehen, was wir wollen", sagte er, "aber wenn wir schon sechs Wochen zusammen wären, würde es natürlich schon besser klappen. Aber es ist kein Wunschkonzert und kein Problem."

"Ich habe ein 08/15-Gesicht"

Nicht beeinflussen konnte Klopp auch den großen Hype um seine Person auf der Insel. In den letzten Tagen war auch ein Doppelgänger Klopps in Liverpool unterwegs. Auf die Frage danach reagierte Klopp mit seinem typischen Humor. "Ich habe ein 08/15-Gesicht. Ich weiß nicht, ob es das Wort auf Englisch gibt, aber in Deutschland würde man das so nennen", sagte Klopp. Er wundere sich nicht, dass er verwechselt werde.

Auch über die Trikots mit der Aufschrift "Normal" und der Nummer 1, die ausgesprochen seinen neuen Spitznamen The Normal One ergeben und die der Renner im Fanshop des Klubs sind, konnte Klopp lachen.

Klopp zieht erste Konsequenzen

Doch der generelle Star-Ruhm um seine Person ist ihm eher peinlich. "Dass alles, was ich mache oder sage für alle interessant ist - das gehört jetzt nicht zu meinen Lebenszielen", sagte er.

Jürgen Klopp besuchte in Liverpool ein Pub
Ging über die sozialen Medien um die Welt: Klopp Pub-Abend Ende vergangener Woche © Twitter / @RebeckahVaughan

Weil zuletzt bereits Bilder von Klopp aus Restaurants und Kneipen bei Twitter und in den Zeitungen landeten, hat der Trainer erste Konsequenzen gezogen.

"Gestern war ich mit einigen Verantwortlichen und unseren Frauen beim Dinner. Als ich von einem Fan dabei gefragt wurde, ob er ein Foto mit mir machen dürfe, habe ich abgelehnt", erzählte er. Nicht, weil Klopp, der dafür bekannt ist, alle Autogramm- und Fotowünsche zu erfüllen, plötzlich die Nähe zu den Fans vermeiden möchte. Sondern wegen der Ausmaße.

"Wir haben noch kein Spiel gemacht! Und ich möchte das eigentlich nicht. Ich bin nicht dieser Typ, der überall zu sehen sein muss. Deswegen lehne ich solche Fotowünsche inzwischen auch mal ab."

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