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Jürgen Klopp soll Trainer beim FC Liverpool werden © Getty Images

München und London - Jürgen Klopp ist Topkandidat auf das Traineramt beim FC Liverpool, auch weil der ursprüngliche Favorit offenbar abgesagt hat. Auch Pep Guardiola soll eine Rolle spielen.

Der Liverpool Football Club und Jürgen Klopp. Für die Fans der "Reds" verspricht diese Kombination Großes.

Spätestens seit der ehemalige Dortmunder im Kabinentrakt des Stadions an der Anfield Road symbolkräftig das Klub-Emblem tätschelte, sehnen sich die Anhänger nach dem charismatischen Coach an der Seitenlinie.

Bislang stand dort noch Brendan Rodgers, seit Sonntagabend ist dies aber Geschichte. Nach dem 1:1 im Derby gegen Everton wurde der Cheftrainer der Reds entlassen.

"Klopp of the Kops"

Für die Fans und auch einige englische Buchmacher, die keine Wetten mehr auf den Deutschen als Nachfolger annehmen, ist jetzt klar: Die Traumehe zwischen Liverpool und Klopp wird bald geschlossen.

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Carlo Ancelotti (r.) war in der vergangenen Saison Trainer von Real Madrid und Cristiano Ronalod © Getty Images

Für die englischen Medien ist der vermeintlich bevorstehende Deal ein gefundenes Fressen: Die Titelseiten gehören ihm und sogar die BBC macht ihn zum Topthema. Klopp hat für den größten Liverpool-Hype seit den Beatles gesorgt.

Es scheint fast so, als würde ganz England sehnsüchtig auf die Ankunft des Meistertrainers aus Germany bei den Reds warten. "Klopp of the Kops", titelte der Boulevardgigant Sun in Anspielung auf die berühmte Musiksendung "Top of the Pops" und die legendäre Liverpooler Fantribüne "The Kop".

Ancelotti bevorzugt?

Ein ähnliches Wortspiel erlaubte sich der Mirror. "Jurgen Kop", schrieb das zweitgrößte Organ der Yellow Press, und ließ dabei - very british - den Umlaut in Klopps Vornamen einfach weg.

Allerdings geistert neben Klopp auch noch ein weiterer Name durch den englischen Blätterwald: Carlo Ancelotti. Der Italiener wurde am Sonntagabend in London gesehen und sei Favorit bei den Bossen.

Tatsächlich war der Ex-Trainer von Real Madrid nach SPORT1-Informationen im Verein Topkandidat auf eine mögliche Nachfolge Rodgers'.

Die Fenway Sports Group, Besitzer der Reds, hatte daher externe Berater in der Trainersuche eingeschaltet, die den weltmännischen Ancelotti gegenüber dem impulsiven Klopp präferierten.

Klopp in der Pole Position

Doch sowohl italienische Medien als auch ESPN berichten, dass sich Ancelotti das Angebot der Reds zwar angehört, aber kein gesteigertes Interesse an dem Job habe. Er wolle nur Teams trainieren, die auch in der Champions League spielen.

Nach Einschätzung von SPORT1-Experte Raphael Honigstein ist Klopp daher Topkandidat. Zwar gab es noch keine offiziellen Gespräche mit dem 48-Jährigen. Doch das soll sich noch in dieser Woche ändern. 

Will Klopp überhaupt?

Auch wenn die Bosse den Deutschen mittlerweile offenbar favorisieren, bleibt die Frage, ob beide Parteien zusammenkommen, ob Klopp den vakanten Posten überhaupt übernehmen will.

Bislang hat er alle Angebote (Olympique Marseille, mexikanischer Verband, etc.) abgelehnt und auf sein angekündigtes Sabbatical verwiesen.

"Ich informiere mich, lese, treffe viele Leute - es sind ganz normale Kleinigkeiten, die Riesenspaß machen. Ich vermisse momentan nichts", hatte er noch vor vier Wochen erklärt.

Guardiola als Auslöser?

Doch eine Personalentscheidung in München soll Klopp nun schon vor Rodgers Entlassung zum Umdenken bewogen haben.

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Bayern-Coach Pep Guardiola (l.) und Jürgen Klopp schätzen sich © Getty Images

Seit seinem Abschied vom BVB gilt Klopp als aussichtsreicher Kandidat auf die Nachfolge von Pep Guardiola beim FC Bayern München, sollte dieser seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern.

Nun tendiert Guardiola aber wohl dazu, genau das zu tun. Klopps Chancen auf das Traineramt beim deutschen Rekordmeister wären damit vorerst gegen Null gesunken.

Ende der Auszeit?

Dass ausgerechnet jetzt ein Job bei dem Verein frei geworden ist, der zum Trainer und Menschen Klopp wie die Faust aufs Auge passen dürfte, könnte nun den entscheidenden Anstoß geben, dass der "Pöhler" früher an die Seitenlinie zurückkehrt als geplant.

Der frühere Liverpooler Mittelfeldspieler Jamie Redknapp, hält Klopp jedenfalls für den bestmöglichen Mann. "Ich meine, dass Jürgen Klopp die nötige Aura hat", sagte Redknapp dem Sender Sky Sports: "Er hat das gewisse Extra, das manche Trainer haben. Ich denke, er könnte in die Anfield Road einmarschieren, und die Fans würden ihn lieben."

Wird Redknapps Wunsch erfüllt, kann sich das Klub-Logo im Stadion auf weitere Streicheleinheiten gefasst machen.

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