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London - Liverpool muss gegen die Blues einen frühen Schock verdauen. Dann schlägt die Stunde von Coutinho. Der Brasilianer dreht das Spiel mit einem Doppelpack. Mourinho flüchtet.

Jürgen Klopp hat mit seinem ersten Premier-League-Sieg womöglich seinen Kollegen Jose Mourinho um den Job gebracht. Mit dem FC Liverpool gewann "The Normal One" beim kriselnden Meister FC Chelsea am Samstag mit 3:1 (1:1) - für Mourinho, "The Special One", soll es ein Schicksalsspiel gewesen sein. 

Zwei Schlenzertore des überragenden Brasilianers Coutinho (45. +3/74.) und ein Treffer von Christian Benteke (83.) bescherten dem wild jubelnden Klopp den ersten Dreier als Teammanager in England und zumindest vorübergehend den Sprung auf den siebten Tabellenplatz.

"Um in Chelsea in Chelsea zu gewinnen, brauchst du Glück. Wir können sicherlich besser spielen als heute. Aber für den Moment war das ok", freute sich Klopp nach Spielschluss über seinen ersten Sieg als Premier-League-Trainer.

Mourinho noch zu halten?

Chelsea dagegen muss befürchten, als 15. am Wochenende noch weiter Richtung Abstiegszone durchgereicht zu werden. Für Mourinho, seit 2013 zum zweiten Mal an der Stamford Bridge, wird es nun ganz, ganz eng. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Die Sun kommentierte nach dem Spiel: "Jose falls victim to the RoflKLOPPter."

Auf der Pressekonferenz wehrte der Portugiese die Frage, ob dies sein letztes Spiel als Chelsea-Trainer war, noch entschieden von sich. Er gehe jetzt nach Hause und werde abschalten, ließ der Coach wissen. Zuvor hatten ihm englische Journalisten die Frage gestellt, ob er Angst habe vor der Zukunft. 

Mourinhos Antwort: "Nein. Nö. Nichts."

Für die englischen Medien war das Duell der charismatischen Trainer vorab ein Fest. In unzähligen Berichten wurden Arbeitsweise, Auftreten, Erfolge und Sprüche der beiden Typen verglichen, und selbstverständlich wurden sie in den Pressekonferenzen aufeinander angesprochen. 

"Wenn man kein Schiedsrichter oder Journalist ist, kann Mourinho ein netter Kerl sein", sagte Klopp, eingerahmt in großes Lob für sein Gegenüber. Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite. Und, zum Spiel, Minuten vor dem Anpfiff: "Chelsea hat einige Probleme." 

Doch Probleme gab es zunächst nur bei den Reds zu sehen.

Nur drei Minuten und 20 Sekunden waren gespielt, als Cesar Azpilicueta auf der linken Seite erstaunlich frei war. Liverpool-Verteidiger Martin Skrtel entschied sich kurioserweise dafür, 15 Meter entfernt vollkommen passiv stehen zu bleiben, und am Elfmeterpunkt schlief Alberto Moreno, als Ramires zum Kopfball heranrauschte - Tor. 

Früher Schock für Klopp

Der deutsche Teammanager reagierte am Spielfeldrand einigermaßen fassungslos. Mit eindeutiger Gestik forderte er seine Abwehrspieler zu besserer Absprache auf, und zumindest defensiv wurde der frühere Rekordmeister energischer. Vorne aber lief mit der einzigen Spitze Roberto Firmino, ehemals Hoffenheim, nichts zusammen, bis Adam Lallana Chelsea-Torhüter Amir Begovic prüfte (26.). 

Der Ausgleich Sekunden vor der Pause durch Coutinhos ersten unhaltbaren Schlenzer war etwas schmeichelhaft, was Klopp egal war: Er setzte beim Jubel zur "Säge" an. Konkurrent Mourinho verschwand derweil noch vor dem Pausenpfiff in den Katakomben.

Chelsea war in der zweiten Halbzeit zunächst deutlich aggressiver, Klopp wurde an der Seitenlinie zunehmend unruhig. Viel mehr als Dominanz der Blues im Ballbesitz und einen gefährlichen 45-m-Schuss von Oscar (72.) hatten die Reds aber nicht zu überstehen.

Auf der Gegenseite schlug erneut Coutinho nach einem Konter aus 15 Metern zu, und Chelsea brach zusammen.

Mit elf Zählern nach elf Spieltagen steht Chelsea so schlecht da wie noch kein amtierender Meister zuvor in der Geschichte des englischen Fußballs.

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