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Brendan Rodgers und Diego Simeone werden als Nachfolger von Jose Mourinho gehandelt
Auf Jose Mourinhos Stuhl könnten bald Brendan Rodgers (l.) und Diego Simeone Platz nehmen © SPORT1-Grafik/Getty Images

London und München - Die siebte Saisonpleite im Spiel bei Stoke City könnte Jose Mourinho beim FC Chelsea das Genick brechen. Die Nachfolger sollen schon in den Startlöchern stehen.

Noch ist Mourinho nicht weg, da wird schon fleißig über seine Nachfolge spekuliert. Nach Informationen der englischen Sonntagszeitung Sunday People gibt es einen spektakulären Plan.

Demnach soll Brendan Rodgers, glückloser Vorgänger von Jürgen Klopp beim FC Liverpool, als Interimslösung bis zum Sommer fungieren.

Dann soll Diego Simeone von Atletico Madrid abgeworben werden. Zwar läuft Simeones Vertrag bei Atletico bis 2020, doch angeblich gebe es eine Ausstiegsklausel.

"Heartbreak Hotel"

Der Argentinier hat Atletico in Spanien wieder als Spitzenklub neben Real und dem FC Barcelona etabliert. 2012 gewann Atletico unter Simeone die Europa League, 2013 den spanischen Pokal und 2014 die Meisterschaft. Dazu führte er sein Team 2014 ins Endspiel der Champions League.

Mourinho erlebte den nächsten - und womöglich finalen - Tiefschlag in einem Hotelzimmer, weil er nach einer erneuten Schiedsrichter-Fehde vom englischen Verband FA mit einem Stadionverbot belegt worden war.

Marko Arnautovic jubelt für Stoke City gegen den FC Chelsea
Der Ex-Bremer Marko Arnautovic (v.) schießt Stoke zum Sieg über Chelsea © Getty Images

Hilflos musste er am Fernsehschirm zusehen, wie der englische Meister beim 0:1 (0:0) bei Stoke City die nächste Pleite kassierte.

"Kein Mourinho. Keine Punkte. Keine Hoffnung?", titelte die Daily Mail: "Auch im wärmsten Hotelzimmer wird er langsam um seinen Job zittern." Die Sunday Times schrieb vom "Heartbreak Hotel".

Die Zahlen sind alarmierend: Drei Ligapleiten in Folge gab es zuletzt vor 16 Jahren und seit der Übernahme von Roman Abramowitsch noch gar nicht. Von zwölf Saisonspielen haben die Blues sieben verloren - zum Vergleich: In der gesamten vergangenen Saison gab es lediglich drei Niederlagen. Anstatt um die erfolgreiche Titelverteidigung zu kämpfen, stecken die Londoner mittlerweile im Abstiegskampf.

Rückendeckung von Fans und Spielern

Doch von einer Ablösung Mourinhos wollen zumindest die Spieler nichts wissen.

"Wir stehen hinter unserem Manager. Wir denken, er ist der richtige Mann und jemand, für den wir hart arbeiten. Wir wollten ein gutes Ergebnis für ihn holen. Sein Spirit ist immer da", sagte Torhüter Asmir Begovic.

Chelsea-Fans mit Mourinho-Masken
Bei den Chelsea-Fans ist Jose Mourinho trotz der Negativserie weiter sehr beliebt © Getty Images

Auch die Chelsea-Fans, einige von ihnen mit Mourinho-Maske oder einer lebensgroßen Mourinho-Figur aus Pappe ausgestattet, unterstützten den Coach mit Bannern, Gesängen und lautstarkem Applaus.

Ausreden, warum es beim FC Chelsea in diesem Jahr nicht läuft, hat Mourinho nicht. Personell hat sich im Vergleich zur Vorsaison kaum etwas verändert, der Kader ist gespickt mit Weltklassespielern - nur laufen diese ihrer Form schon seit Wochen hinterher.

Nächster Trubel um Costa

Stürmer Diego Costa ist dafür ein Sinnbild. In der vergangenen Saison noch 20-maliger Torschütze, Anführer und Vorbereiter, fällt der 27-Jährige in diesem Jahr fast ausnahmslos negativ auf. Beim Spiel gegen Stoke legte er sich mit einem Ordner an und trat diesem, vermeintlich absichtlich, auf den Fuß.

Dafür muss sich der Spanier nun vor der FA verantworten.

Mourinho äußerte sich zu all dem Trubel nicht, noch nie hat der so erfolgsverwöhnte Portugiese sieben Ligaspiele in einer Saison verloren.

Dass er die Londoner wieder aus dem tiefen Tal führen darf, erscheint fraglicher denn je - dennoch gibt er sich kämpferisch: "Ich werde so lange bei meinem Team sein, bis mich jemand stoppt."

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