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Nach der nächsten Niederlage von ManUnited wackelt Trainer Louis van Gaal immer mehr. Vor allem bei den Fans hat der Coach keinen Kredit mehr - sie fordern jetzt Jose Mourinho.

Nach dem Abgang von Jose Mourinho steht die Premier League möglicherweise vor der nächsten großen Trainer-Entlassung.

Das Team von Louis van Gaal unterlag Norwich City vor heimischem Publikum mit 1:2 (0:1) und fällt damit im Titelrennen auf der Insel immer weiter zurück.

"Wenn man viele Spiele hintereinander verliert, sinkt der Glauben an den Trainer", sinnierte der Niederländer nach der dritten Pleite in Folge. "Wir müssen irgendwie aus dieser schlechten Phase herauskommen."

Während der sonst so selbstbewusste Coach bisher keine Gedanken an seine Demission zuließ, legte er nun auf der Pressekonferenz nach dem Spiel seine Gefühlslage offen: "Natürlich habe ich Angst, entlassen zu werden."

Schonfrist bekommt der Ex-Bayern-Coach von den englischen Medien keineswegs: "Ein erneueter Horror-Nachmittag für van Gaal", schreibt der Mirror, der den Niederländer anzählt. "Obwohl United erneut das dominantere Team war, wurde deutlich, dass die Spieler kein Selbstvertrauen mehr haben. Sobald es Richtung gegnerischen Strafraum geht, hat das Team keine Lösungen mehr parat - und das obwohl van Gaal seine Top-4-Offensive Rooney, Mata, Martzial und Memphis aufbieten konnte."

Der "Tulpengeneral" selbst war nach dem sechsten sieglosen Pflichtspiel in Folge entsprechend bedient. "Heute haben ganz viele Sachen nicht funktioniert. Jedes Wort von mir ist ein Wort zu viel", so van Gaal bei Sky Sports. "Wir mussten heute gewinnen. Das ist nicht gut genug, für uns nicht, für die Spieler nicht und für die Fans auch nicht."

Nowitzki freut sich für Norwich

Für Norwich-Edelfan Dirk Nowitzki war der überraschende Auswärtssieg dagegen ein besonderes Highlight. Kurz nach Spielende twitterte der deutsche NBA-Star seine Freude in die Welt hinaus.

Dass van Gaal immer mehr in Bedrängnis kommt, liegt weniger an den Ergebnissen, als vielmehr am zunehmenden Unmut der United-Fans. Vor der Partie hatte van Gaal noch an die Anhänger appelliert, sie möge das Team unterstützen - davon war höchstens in der Anfangsphase etwas zu spüren.

Spätestens nachdem sich die Gastgeber den zweiten Gegentreffer schluckten, ließ das Publikum seinen angestauten Frust freien Lauf und buhte das angeschlagene Team gnadenlos aus. Vor allem der frühere Bayern-Coach bekam sein Fett weg, als sogar Jose-Mourinho-Sprüche aufkamen.

Gut möglich, dass die Vereinsspitze der "Red Devils" genau zugehört hat und den am Donnerstag beim FC Chelsea gefeuerten "Special One" als Nachfolger für van Gaal einstellt. Dazu passt, dass Mourinho laut "Gazzetta dello Sport" den Posten beim AS Rom ablehnte - offenbar um für United bereit zu sein.

Apropos Chelsea: Die Blues konnten sich noch ohne seinen neuen Teammanager Guus Hiddink derweil aus der Krise befreien.

Im ersten Spiel nach der Entlassung Mourinho gewann der Titelverteidiger gegen den FC Sunderland mit 3:1 (2:0) und entfernte sich von den Abstiegsrängen.Eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff hatte Chelsea die Einigung mit seinem Ex-Coach Hiddink zunächst bis zum Saisonende verkündet.

Der Rückstand von United auf den Sensations-Ersten Leicester City, der ohne den gesperrten Robert Huth auch beim FC Everton 3:2 (1:1) gewann, beträgt schon neun Punkte.

Hiddink freut sich auf Chelsea

Bei Chelsea saß Steve Holland die Mannschaft interimsweise auf der Bank, die Blues-Tore erzielten Branislav Ivanovic (5.), Pedro (13.) und Oscar (50., Elfmeter). Hiddink (69) saß an der Stamford Bridge bereits auf der Tribüne.

"Chelsea ist einer der größten Klubs der Welt, steht aber momentan nicht dort, wo es hingehört", sagte der frühere Nationaltrainer der Niederlande, der Türkei, von Australien, Russland und Südkorea: "Ich bin davon überzeugt, dass wir in dieser Saison die Wende schaffen können." Von Mourinho hatte sich Chelsea am Donnerstag getrennt.

Hiddink soll nun vor allem seine Erfahrung aus 33 Trainerjahren einbringen. Er gewann 1988 mit der PSV Eindhoven den Europapokal der Landesmeister, zehn Jahre später holte er mit Real Madrid den Weltpokal. Zudem war er Trainer bei drei WM- und zwei EM-Endrunden.

Manchester United ist als Tabellenfünfter in einer komfortableren Lage als Chelsea und dennoch tief in der Krise.

Die Niederlage - erneut ohne den gesperrten Weltmeister Bastian Schweinsteiger - besiegelten Cameron Jerome (38.) und Alexander Tettey (54.).

Uniteds 50-Millionen-Euro Einkauf Anthony Martial (66.) gelang nur noch der Anschlusstreffer. United ist seit vier Spielen sieglos.

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