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Louis van Gaal von Manchester United
Louis van Gaal konnte seinen Millionen-Truppe bislang nicht zum Spitzenteam formen © Getty Images

München und Manchester - Die Offensivmisere von Manchester United setzt sich auch gegen Chelsea fort. Louis van Gaal hadert mit dem Pech - will von Rücktritt aber nichts mehr wissen.

Wieder kein Sieg. Wieder kein Tor. Wieder kein Befreiungsschlag. Und doch klang Louis van Gaal nach dem 0:0 seines Manchester United gegen den kriselnden Meister FC Chelsea angriffslustig wie zu besten Zeiten.

"Werde ich zurücktreten? Im Gegenteil", kündigte der United-Coach nach dem Spiel bei BT Sport an und lieferte die Begründung gleich mit: "Wenn die Spieler unter diesem Druck so eine Leistung abliefern, gibt es für mich keinen Grund zurückzutreten."

Tatsächlich präsentierten sich die Red Devils im Vergleich zu den müden Auftritten der letzten Wochen deutlich verbessert. Schon in der Anfangsphase scheiterten Juan Mata und Anthony Martial am Aluminium, danach stand immer wieder Chelsea-Keeper Thibaut Courtois im Weg.

Van Gaal hadert

In der zweiten Halbzeit bekam United zudem in zwei kniffligen Situationen jeweils keinen Strafstoß zugesprochen. Einmal sprang Willian der Ball im eigenen Strafraum an den Arm, wenig später wurde Mata im Chelsea-Sechzehner zu Fall gebracht.

"Wir wollen das Glück erzwingen, aber wir haben im Moment nicht das Glück, das wir brauchen", haderte van Gaal mit dem Pech und den Schiedsrichterentscheidungen.

Auf der anderen Seite durfte sich der Niederländer auch bei seinem Torwart David De Gea bedanken, der Gegenüber Courtois in nichts nachstand und die wenigen hochklassigen Chelsea-Chancen glänzend zunichtemachte.

Schweinsteiger glaubt an das Team

Insgesamt aber betonten die United-Profis einstimmig den Fortschritt gegenüber dem ernüchternden 0:2 am Boxing Day bei Stoke City.

"Wir haben das Spiel dominiert", erklärte der in die Startelf zurückgekehrte Kapitän Wayne Rooney, auch De Gea betonte, man habe "besser gespielt als Chelsea". Und Bastian Schweinsteiger, nach drei Spielen Sperre erstmals wieder zurück im Team und über 90 Minuten im Einsatz, forderte via Twitter, man müsse "auf dieser Teamleistung aufbauen".

Vorerst aber setzt sich die Schreckensbilanz fort: Seit mittlerweile acht Pflichtspielen wartet Manchester auf einen Sieg, erzielte dabei nur ein Mal mehr als einen eigenen Treffer. Da durfte es nicht verwundern, dass vor dem Old Trafford bereits ManUnited-Schals mit dem Konterfei von Jose Mourinho angeboten wurden.

Klub-Legende Paul Scholes bezeichnete den Verkäufer zwar als "Clown", der Großteil der Fans schien sich aber längst mit einer Zukunft unter Mourinho angefreundet zu haben.

Swansea wohl nächste letzte Chance

Umso überraschender geriet schon vor dem Spiel der Empfang für van Gaal und seine Spieler äußerst herzlich. Das ließ auch den oft unnahbar wirkenden 64-Jährigen nicht kalt.

Hatte er nach der Pleite bei Stoke City noch erklärt, der Klub müsse ihn womöglich nicht feuern, denn "manchmal mache ich das selbst", klang das nach dem Remis gegen Chelsea schon ganz anders.

"Die Spieler haben für mich gekämpft, die Fans haben applaudiert - ich habe vollstes Vertrauen in die Verantwortlichen", sagte van Gaal und stellte klar: "Es gibt keinen Grund, mich zu feuern."

Entgegen aller Erwartungen bekommt er trotz des verpassten Befreiungsschlags gegen Chelsea am 2. Januar gegen Swansea City wohl erneut die Chance, das unter Beweis zu stellen.

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