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Gegen den hilflosen Tabellenletzten Aston Villa purzeln für Jürgen Klopp und den FC Liverpool mehrere Rekorde. Klopp glaubt es auf der Bank selbst kaum, Augsburg kann kommen.

Fünf Tage nach dem bitteren Aus im FA Cup hat Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool einen Kantersieg in der englischen Premier League gefeiert und damit eine gelungene Generalprobe für das Europa-League-Spiel beim FC Augsburg am Donnerstag (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) hingelegt.

Die Mannschaft des ehemaligen Dortmunder Meistertrainers fertigte den Tabellenletzten Aston Villa 6:0 (2:0) ab und verringerte den Rückstand auf den letzten Europacupplatz auf drei Punkte. "Das ist kein Tag für uns, um Lieder zu singen", gab sich Klopp danach nüchtern. "Das gilt wegen des Respekts für Aston Villa, ein toller Verein, der eine schlimme Zeit durchmacht."

Klopp: "Ein Ergebnis für die Seele"

Dafür lobte ihn der ehemalige Villa-Spieler Stan Collymore bei Twitter: "Mein Respekt für Jürgen Klopp steigt und steigt", schrieb er. Klopps "Aussagen über Villa zeigen größeres Verständnis für unseren großartigen Klub" als so manches Medium.

Klopp weiter: "Wir haben Aston Villa in den letzten Spielen gesehen, da haben sie wirklich gut gespielt. Aber wir haben gut verteidigt und die Tore zum richtigen Zeitpunkt geschossen. Das Ergebnis sollten wir uns für schlechte Zeiten aufheben. Es war ein Ergebnis für die Seele und für unsere Tordifferenz."

Höchster Auswärtssieg in Klopps Trainerkarriere

Villa stürzt bei mittlerweile acht Punkten Abstand zum rettenden Ufer der zweiten Liga entgegen. Trainer Remi Garde war entsetzt: "Ich fühle mich gedemütigt. Es ist sehr, sehr schmerzhaft. Es ist die furchtbarste Niederlage, die ich je erlebt habe." (Die Tabelle der Premier League)

Das Ergebnis bedeutete den höchsten Auswärtsieg überhaupt in Klopps Trainerkarriere und den deutlichsten Erfolg seiner Amtszeit als Liverpool-Coach.

Auch Emre Can trifft

Nationalspieler Emre Can steuerte sein erstes Saisontor bei - zum vorentscheidenden 3:0 (58.). Daniel Sturridge (16.), James Milner (25.), Divock Origi (63.), Nathaniel Clyne (65.) und Kolo Toure (71.) erzielten die anderen Treffer für die Reds, die am Dienstag mit einem 1:2 nach Verlängerung bei West Ham United in der vierten Pokalrunde ausgeschieden waren.

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Aston Villas Maskottchen begrüßt Klopp © Getty Images

Bei Liverpool klappte gegen eine völlig verunsicherte Elf aus Birmingham alles. Origi etwa traf 37 Sekunden nach seiner Einwechslung (Saisonrekord in der Premier League), Toure fiel der Ball bei seinem Treffer im Strafraum auf den Kopf, ohne dass der Abwehrspieler viel davon mitbekommen hätte. So gut wie jeder Angriff der Gäste entfachte ein wildes Feuer in Villas Hintermannschaft.

Liverpools Negativserie endet

Klopp betrachtete das Treiben auf dem Platz mit immer größerem Unglauben, die Tore in der zweiten Halbzeit feierte er gar nicht mehr. Nur ab und zu scherzte er mit seinen Assistenten, meist aber blieb er regungslos sitzen. Es war der mit Abstand entspannteste Arbeitstag bislang für ihn in England.

Aston Villa v Liverpool - Premier League
Divock Origi verschwindet nach seinem Tor, der Fan links von ihm hat sich offenbar im Stadion geirrt © Getty Images

"Es passiert nicht oft, dass ein Trainer die letzten 20 Minuten eines Spiels genießen kann und kein Druck mehr da ist. Normalerweise ist es bis zur letzten Minute offen", sagte Klopp. "Es ist nett von den Jungs, dass sie es so gemacht haben. Aber es war natürlich harte Arbeit."

Nach zuletzt fünf sieglosen Pflichtspielen in Serie war es ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis für Liverpool.

Klopps bislang höchster Sieg in seinem neuen Job war das 6:1 in Southampton im Viertelfinale des Liga-Pokals gewesen.

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