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Arsenal v Watford - Premier League
Per Mertesacker muss warten, bis ihm Arsenal-Coach Arsene Wenger wieder eine Chance gibt © Getty Images

London - Per Mertesacker wird beim FC Arsenal vom Kapitän zum Bankdrücker. Der Weltmeister spricht im SPORT1-Interview über ungewohnten Frust und die Hoffnung im Titelrennen.

Von Bernd Felden

Trotz eines deutlichen 4:0 gegen den FC Watford geht der FC Arsenal als Außenseiter in die heiße Meisterschaftsphase in England. Per Mertesacker kann derzeit nur bedingt mithelfen. Er hat seinen Stammplatz verloren. Im SPORT1-Interview bewertet der Ex-Nationalspieler den Saisonendspurt und seine persönliche Situation.

SPORT1: Elf Punkte Rückstand bei noch sieben ausstehenden Spielen - ist das Titelrennen für Arsenal gelaufen?

Per Mertesacker: Nein, ganz und gar nicht. Wenn wir alle Spiele gewinnen, haben wir eine gute Chance. Das müssen wir uns immer wieder vor Augen führen und deshalb blicken wir jetzt von Spiel zu Spiel. Wir versuchen uns jetzt voll auf die nächste Aufgabe gegen West Ham zu konzentrieren. Wir haben etwas mehr Zeit, da wir sonst keine Wettbewerbe mehr haben, auf die wir uns konzentrieren müssten. Außer der Meisterschaft und darauf liegt jetzt absolut der Fokus.

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SPORT1: Wie frustrierend ist Ihre persönliche Situation? Gegen Watford haben Sie erneut 90 Minuten nur auf der Bank gesessen.

Mertesacker: Ja, das ist eine andere Perspektive, muss ich zugegeben. Ich bin ja jetzt schon lange dabei, und es war noch nicht so oft auf der Tagesordnung. Dennoch bin ich gut drauf, ich bin fit und habe absolut keine Schmerzen. Na klar, ich spiele weniger. Trotzdem bleibe ich dran. Vielleicht ergibt sich noch mal die Möglichkeit. Heutzutage geht es ja ganz schnell.

SPORT1: Bis Dezember wurden Sie hoch gelobt. Nach dem Chelsea-Spiel waren Sie plötzlich der Sündenbock. Wie geht man damit um?

Mertesacker: Ups und Downs gehören bei einem Fußballer dazu. Man muss immer professionell bleiben. Das war ich die ganzen Jahre über immer. Deswegen habe ich es auch so lange überlebt in dem Geschäft. Ich höre genau zu, was der Trainer sagt in solchen Momenten und er weiß, dass er auf mich zählen kann, egal was passiert. Du musst das immer aus einer anderen Perspektive sehen. Dann ist es einfacher, wieder Gas zu geben. Ich will in jedem Training zeigen, dass ich bereit bin, wenn ich gebraucht werde.

SPORT1: Sehen wir Per Mertesacker in dieser Saison nochmal auf dem Platz?

Mertesacker: Irgendetwas abschreiben geht nicht. Die Mannschaft braucht jeden Spieler - egal ob man jetzt mal auf der Bank sitzt oder nicht. Heutzutage um so mehr, da die Intensität sehr hoch ist. Deswegen immer positiv nach vorne blicken. Das hilft immer am meisten, um die Enttäuschung über das Nichtspielen zu überbrücken.

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