vergrößernverkleinern
Zerrissenes Trikot des FC Chelsea
Die Adidas-Zeiten beim FC Chelsea neigen sich dem Ende entgegen © SPORT1-Grafik: Paul Haenel/Imago

München - Der FC Chelsea kauft sich für 50 Millionen Euro von Ausrüster Adidas frei - nicht ohne Hintergedanken. Steckt eine chinesische Firma hinter dem irren Millionen-Plan?

100 Millionen Euro. Die magische Schallmauer.

Seit Manchester United vor der Saison mit Adidas einen Zehn-Jahres-Deal über angeblich mehr als eine Milliarde Euro geschlossen hat, will auch die europäische Konkurrenz in ähnliche Sphären vorstoßen - und schreckt dabei nicht vor Verrücktheiten zurück.

Der FC Chelsea hat sich jetzt zur Saison 2017/18 aus seinem Ausrüstervertrag mit Adidas herausgekauft - für schlappe 50 Millionen Euro.

Chelsea rechnet mit satten Mehr-Einnahmen

Was angesichts der Tatsache, dass Chelsea mit rund 38 Millionen Euro jährlich nur etwa ein Drittel dessen kassiert, was ManUnited erhält, zunächst wie eine Trotzreaktion wirkt, ist auf den zweiten Blick wohlkalkuliert.

Denn: Die Blues rechnen damit, dass sie künftig mindestens 65 Millionen Euro pro Jahr einstreichen können.

Rechnet man das einmal hoch auf die ab 2017 eigentlich noch verbleibenden sechs Vertragsjahre mit Adidas, würde Chelsea durch den Ausrüsterwechsel ein Plus von 162 Millionen Euro erwirtschaften. Da lassen sich 50 Millionen Euro Abfindung an Adidas schon mal verkraften.

Pikante Verbindung zu Tottenham

Bleibt die Frage, wer bereit ist, Chelsea diese Summen zu bezahlen. Als erste Alternative kommt der alte Adidas-Widersacher Nike in den Sinn. Der steht laut Daily Mail allerdings kurz davor, einen gut dotierten Deal mit Liga-Rivale Tottenham Hotspur abzuschließen. Pikanterweise könnten sich Chelsea und die Spurs ab der Saison 2017/18 das Wembley-Stadion als Heimspielstätte teilen.

BASKET-JPN-USA-NBA-CURRY
NBA-Superstar Stephen Curry ist das Aushängeschild von US-Ausrüster Under Armour © Getty Images

Aktuell wird Tottenham noch von Under Armour ausgestattet, bekannt vor allem als Ausrüster von NBA-Superstar Stephen Curry.

Die US-amerikanische Firma hat in den Staaten Adidas schon als Nummer zwei der Sportartikelhersteller überholt und ist derzeit dabei, im großen Stil ins Fußballgeschäft einzusteigen. Ab der kommenden Saison stattet die Marke den FC St. Pauli aus - der FC Chelsea wäre für das Portfolio noch einmal deutlich attraktiver.

Die Daily Mail bringt angesichts von Chelseas Werbedeal mit dem Reifenhersteller Yokohama auch die japanische Firma Uniqlo als Alternative ins Spiel.

China-Riese Li-Ning als Lösung?

Aus China soll zudem Li-Ning Interesse zeigen: Ähnlich wie Under Armour in den USA hat der Sportartikelhersteller auf seinem Heimatmarkt Adidas schon als Nummer zwei abgelöst und ist auf dem Weg, zu einer globalen Marke zu expandieren.

NBA Player Dwyane Wade Visits China
Dwyane Wade (l.) verließ 2012 Air Jordan und wird seither von Li-Ning ausgestattet © Getty Images

NBA-Star Dwyane Wade ist aktuell der bekannteste Werbeträger, dazu kommt der kroatische Tennisspieler Marin Cilic. Auch Shaquille O'Neal und Jamaikas Top-Sprinter Asafa Powell standen schon bei Li-Ning unter Vertrag.

Eine Sorge wäre Chelsea bei den Chinesen in jedem Fall los: Dass wie bisher bei Adidas andere Klubs wie ManUnited, der FC Bayern oder Real Madrid in der Gunst des Ausrüsters die Nase vorn haben.

Auf dem europäischen Markt wäre Chelsea für Li-Ning das absolute Aushängeschild. Und die 50 Millionen Euro Ablöse hätten sich vermutlich mehr als gelohnt.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel