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London - Der letzte Verfolger Tottenham Hotspur lässt gegen Chelsea Federn - damit ist die Sensationsmeisterschaft von Leicester City in der Premier League perfekt.

Als das Warten auf das Wunder ein Ende hatte, begann in ganz Leicester die Party des Jahres. Das Sensationsteam um den früheren deutschen Nationalspieler Robert Huth hat sein Fußballmärchen vollendet und ist zum ersten Mal englischen Meister.

Zur Entscheidung trug ausgerechnet der entthronte Titelverteidiger FC Chelsea bei, der gegen Leicesters einzig verbliebenen Verfolger Tottenham Hotspur am Montag ein 2:2 (0:2) erkämpfte.

Leicester, das am Sonntag bei Rekordchampion Manchester United zu einem 1:1 gekommen war, ist an den letzten beiden Spieltagen nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Der Vorsprung auf Tottenham beträgt sieben Punkte.

Team rastet aus, Ranieri im Flieger

Das Team um Huth und den Ex-Schalker Christian Fuchs fieberte im Haus von Torjäger Jamie Vardy mit und rastete nach dem Schlusspfiff kollektiv aus.

Der Vater des Erfolges bekam von alldem zunächst nichts mit. Trainer Claudio Ranieri, der aus einem Abstiegskandidaten erst eine Einheit und dann den neuen Champion formte, befand sich in rund 10.000 Metern Höhe in einem Flieger.

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Statt den Moment der Entscheidung in Leicester zu erleben, hatte sich der 64-Jährige für ein Essen mit "Mamma" in Rom entschieden.

Nach dem Spiel bedankte er sich allerdings telefonisch bei Chelseas Coach Guus Hiddink für die starke Leistung der "Blues" in der zweiten Hälfte.

Das berichtete Hiddink auf der Pressekonferenz.

Vom Kellerkind zum Meister

"Leicester" und "Meisterschaft" in einem Satz, noch vor einem Jahr wäre das undenkbar gewesen. Im März 2015 stand der Klub als Aufsteiger abgeschlagen am Tabellenende der Premier League.

Was seither passiert ist, bezeichnet nicht nur Abwehrspieler Roberth Huth als "Märchen", weil es schlicht kein besseres Wort gibt. Sieben Siege aus den letzten neun Spielen brachten noch den Klassenerhalt, dann begann der Sturm an die Spitze.

Zu verdanken ist das vor allem Ranieri. Der Teammanager, in seiner Zeit bei Chelsea als wankelmütiger "Tinkerman" verspottet, ist längst Leicesters Liebling.

Ranieris Verdienst ist es, eigentlich ausgemusterte Spieler zu Stars geformt zu haben. Am Sonntag wählte die Vereinigung der englischen Fußball-Journalisten ihren Spieler des Jahres. Platz 1: Torjäger Jamie Vardy. Platz zwei: Riyad Mahrez. Platz drei: N'Golo Kante.

Alle von Leicester, alle vor der Saison kaum beachtete Profis.

Wetter werden reich

Doch die No-Name-Truppe verblüffte. Bei 5000:1 stand vor der Saison die Quote für die Meisterschaft, kein Klub war schlechter notiert. Zum Vergleich: Dass Weihnachten der heißeste Tag des Jahres wird, sahen Englands Buchmacher als ebenso wahrscheinlich an.

Doch spätestens nach dem 3:1 bei Manchester City am 6. Februar sackte die Quote drastisch ab. Zuletzt nahmen die Büros schon gar keine Wetten mehr an.

Immerhin: Exakt zwölf Wetter waren laut BBC das Risiko eingegangen und hatten vor der Saison auf die Füchse gesetzt. Ein Fan, der 38 Jahre alte Leigh Herbert, erzählte, er habe bei einem Camping-Urlaub "nach ein paar Drinks" und in der Euphorie des Klassenerhalts sowie der Verpflichtung von Ranieri fünf Pfund gesetzt.

Vom Gewinn will er "Schulden abbezahlen und heiraten".

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