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Pep Guardiola (r.) ist für Vicente del Bosque der beste Trainer der Welt © Getty Images

Der Spanier kann sich den ManCity-Trainer als Erben für die spanische Nationalmannschaft vorstellen. Den deutschen Fußball lobt die Trainerikone - mit Einschränkungen.

Der ehemalige spanische Nationaltrainer Vicente del Bosque kann sich den früheren Bayern-Coach Pep Guardiola als Trainer der "Furia Roja" vorstellen. "Er ist der beste Trainer im Moment, ohne Frage, wegen seines Mutes, etwa zum FC Bayern zu gehen, ohne richtig Deutsch zu können", sagte der 65-Jährige der Süddeutschen Zeitung.

Der neue Teammanager von Manchester City habe eine "sehr gute Ausbildung" genossen, "und er hat sich noch mal weiterentwickelt. Ich wüsste nicht, warum es unmöglich sein sollte, Guardiola zum Nationaltrainer zu bestellen. Klar, er ist Katalane, aber sind wir nicht dafür da, zu einen?", sagte del Bosque. Weite Teile der katalanischen Bevölkerung streben seit Jahren die Abspaltung von Spanien an.

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Stolz auf das Vermächtnis

Del Bosque blickt zudem mit Stolz auf sein Vermächtnis, auch weil Mannschaften wie Deutschland sich das spanische System zum Vorbild nehmen. "Natürlich erfüllt es mich mit Zufriedenheit, zu sehen, wie Deutschland spielt. Aber ich will das auch nicht überbewerten", sagte der Spanier.

Dass Spanien einen großen Schritt in den letzten Jahren gemacht hat, sieht del Bosque auch an anderen Indizien - etwa an den Trainern. "Früher haben wir Trainer aus anderen Ländern geholt, nun schicken wir selbst Trainer ins Ausland", so der 65-Jährige.

Lob für die Bundesliga

Den deutschen Fußball und die Bundesliga lobt die Trainer-Ikone. "Er ist besser geworden. So wie der Fußball der Engländer. Es ist angenehm, die Spiele aus der Bundesliga oder der Premier League zu sehen", sagte del Bosque und weiter: "Aber fußballerisch halte ich die spanische Liga, ohne der deutschen Bundesliga zu nahe treten zu wollen, weiterhin für die beste."

Die harsche Kritik der Medien an Spaniens Nationalmannschaft kann del Bosque, der nach dem Achtelfinal-Aus bei der EM seinen Rücktritt erklärt hatte, nicht verstehen. "Vor der EM sagte jemand im Radio, wir hätten die Pflicht, zu gewinnen. Wir haben die Pflicht, alles zu tun, um zu siegen. Aber doch nicht die Pflicht, zu siegen", sagte del Bosque.

"Niederlagen sind ein Teil des Spiels"

Nach der EM-Niederlage gegen Italien (0:2) hatte die Zeitung AS die spanische Mannschaft mit dem "Orchester der Titanic" verglichen. Auch mit dem wenig emotionalen Verhalten der Spieler waren die Medien nicht einverstanden.

"Müssen wir weinen, um zu zeigen, dass wir die Nationalmannschaft, unser Land, den Fußball lieben? Das ist Sport! Niederlagen sind einfach Teil des Spiels", sagte del Bosque: "Nur einer von uns wird siegen, die anderen 23 werden ertragen müssen, dass man sie Versager nennt."

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