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Die Liste von Jose Mourinhos Opfern ist lang
Die Liste von Jose Mourinhos Opfern ist lang © SPORT1-Grafik: Paul Hänel / Getty Images / Imago

München - Bastian Schweinsteiger wird bei Manchester United von Trainer Jose Mourinho knallhart abserviert. Er ist nicht das erste Opfer des exzentrischen Portugiesen.

Seinen 32. Geburtstag hat sich Bastian Schweinsteiger garantiert anders vorgestellt.

Ausgerechnet an seinem Ehrentag wurde der Ex-Bayern-Star bei Manchester United von Trainer Jose Mourinho eiskalt aufs Abstellgleis verschoben.

Sein Spind in der Kabine der Profis wurde geräumt, der Routinier soll jetzt in die Umkleide der Reservemannschaft ziehen.

Schweinsteiger muss wohl Pogba weichen

Ein Wink mit dem Zaunpfahl: Schweinsteiger ist bei den "Red Devils" nicht mehr erwünscht. Nach SPORT1-Informationen hat Mourinho Schweinsteiger bereits mitgeteilt, dass er nicht mehr mit ihm plane.

Alles Liebe zum Geburtstag! Dein Mou.

Ein Geschenk darf Schweinsteiger von seinem Coach nicht mehr erwarten. Der Portugiese will lieber seiner neuen Anhängerschaft bei ManUnited ein sehr kostspieliges Präsent machen: Paul Pogba soll in den nächsten Tagen unterschreiben.

Wahrscheinlich als teuerster Fußballer der Welt. Der Franzose soll Schweinsteiger im Mittelfeld 1:1 ersetzen. Schweinsteigers Gehalt von kolportierten 14 Millionen Euro pro Jahr muss dafür eingespart werden.

Mourinho schart Getreue um sich

So läuft das im Fußball-Geschäft. Aber hätte Mourinho dem deutschen Weltmeister nicht einen würdevolleren Abgang gönnen können? Genau das bemängelte auch Schweinsteigers Bruder Tobias bei Twitter. Vielsagend schrieb er einfach: "Kein Respekt."

Doch Respekt darf Schweinsteiger von Mourinho nicht erwarten. Was ihm gerade widerfährt, ist Mourinhos Masche. Seit Jahren.

Egal wo er hinkommt, schart der Trainer eine verschworene Gruppe von Getreuen um sich. Sein Team verteidigt er wie ein Löwe gegen Kritik von außen. Die Angestellten danken es ihm, geben selbst alles für Mourinho und berichten später nur Gutes.

Wer es aber nicht in diesen engen Zirkel von Mourinhos Gnaden schafft, ist zum Abschuss freigegeben. Der Coach macht den "Aussätzigen" solange das Leben schwer, bis sie das Weite suchen.

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Casillas bei Real kaltgestellt

Mourinho gab sich auch in einem Interview bei Uniteds Klub-TV-Sender schon wieder konsequent: "Wenn Spieler in meinen Plänen keine Rolle spielen, dann werde ich sie keine einzige Minute spielen lassen. Ich werde sie nicht in meinen Kader aufnehmen. Man muss verstehen, dass der Kader wichtiger ist als ein einzelner Spieler."

Iker Casillas (l.) wurde von Mourinho bei Real dauerhaft auf die Bank verbannt
Iker Casillas (l.) wurde von Mourinho bei Real dauerhaft auf die Bank verbannt © Getty Images

Das erlebte auch Torwart Iker Casillas, als Mourinho Trainer bei Real Madrid war. Die Real-Ikone wurde auf die Bank verbannt. Später berichtete er: Mourinho habe ihm keinerlei Respekt entgegengebracht und ihn knallhart abserviert. Er entschied sich trotzdem zu bleiben. Und zu leiden.

"Hätte ich egoistisch gehandelt, wäre die Situation täglich eskaliert", glaubt Casillas, der erst nach Mourinhos Abgang zum FC Porto abwanderte.

Chelsea-Ärztin klagt vor Gericht

Kein Respekt: Das musste auch eine Mitarbeiterin von Mourinho beim FC Chelsea erfahren.

Als Teamärztin Eva Carneiro nach Mourinhos Meinung einmal zu früh auf das Spielfeld rannte, um einen verletzten Spieler zu behandeln, flippte der Coach aus und beschimpfte sie aufs Übelste. Später bezeichnete er die Medizinerin öffentlich als "naiv und impulsiv" - und drohte ihr, sie zum Frauenteam abzuschieben.

Chelseas ehemalige Teamärztin Eva Carneiro verklagte den Verein und Mourinho
Chelseas ehemalige Teamärztin Eva Carneiro verklagte den Verein und Mourinho © Getty Images

Carneiro ließ sich diese Behandlung nicht gefallen und klagte wegen Mobbing und Sexismus.

Mit finanziellem Erfolg: Am Ende einigte sie sich außergerichtlich mit Chelsea und Mourinho. Die 42-Jährige soll knapp sechs Millionen Euro erhalten haben, um den Streit beizulegen, Mourinho auch selbst einige Millionen beigesteuert haben, um nichts mehr mit der Sache zu tun zu haben. Eine Zukunft bei Chelsea hatte Carneiro aber trotzdem nicht mehr.

Mata das nächste Opfer?

Genau wie Juan Mata. Als teurer Hoffnungsträger gekommen, wurde der Spanier nach Mourinhos Ankunft bei den Blues ebenfalls auf die Abschussliste gesetzt. Der Vorwurf: Zu langsam, zu nett.

Mata flüchtete. Und zwar zu Manchester United. Genau dort wird er nun wieder von Mourinho heimgesucht. Und prompt steht sein Name auf Streichlisten, die englische Medien kennen wollen. Woher wohl?

Matas Schicksal erregt schon Mitleid in den sozialen Medien. Unter #PrayForMata teilen die User ihre Anteilnahme für den sympathischen Offensivspieler.

Bei seiner Vorgeschichte mit Mourinho hilft ihm wahrscheinlich wirklich nur noch beten.

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