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München - Königstransfer Paul Pogba veredelt bei Manchester United eine spannende Mixtur aus Kraft und Technik. Trainer Jose Mourinho hat aber auch noch Baustellen.

Bastian Schweinsteiger lässt sich nichts anmerken, zumindest nicht auf Twitter.

Im Trikot von Manchester United dankte er den Fans noch für die Glückwünsche zum 32. Geburtstag. Postete ein Foto von seinem Besuch bei Wayne Rooneys Charity-Match ("Toll, wieder im Old Trafford zu sein"). Sandte den Teamkollegen Glückwünsche für den Gewinn des Community Shield gegen Leicester City.

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Über seine Ausbootung beim englischen Rekordmeister: kein Wort. Ein Verhalten, wie es auf Britanniens besten Benimmschulen gelehrt werden könnte.

Es ändert allerdings nichts daran, dass seit diesem Dienstag eine neue Zeitrechnung bei Manchester United begonnen hat. Schweinsteiger kommt darin nicht mehr vor. Umso bedeutsamer soll nun der Mann werden, für den sein Gehalt eingespart wird: Paul Pogba.

Der 105-Millionen-Mann ist das letzte und teuerste Stück, das Jose Mourinho seinem Kaderpuzzle in der Woche vor dem Start der Premier League hinzufügen durfte.

Das fertige Bild, das dabei herauskommt, ist ansehnlich. Mit Pogba, Henrikh Mkhitaryan, Zlatan Ibrahimovic und Eric Bailly hat United in jedem Mannschaftsteil an Qualität gewonnen.

Es sind die vier Kerntransfers, die Mourinho umsetzen wollte, "um der Mannschaft eine gewisse Balance und einen Qualitätsschub zu geben". Nun dürfte sein neuer Klub in der Lage sein, den Fußball zu spielen, den Mourinho sich vorstellt.

Mourinho muss Pogba disziplinieren

Als Dreh- und Angelpunkt für das System des neuen Trainers ist Pogba die Idealbesetzung.

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Der Franzose kann im Mittelfeld ja praktisch alles, was zugleich seine größte Stärke und seine größte Schwäche ist: Besonders in wichtigen Spielen neigt er nämlich dazu, alles was er kann, auch machen zu wollen.

Mourinho, der auf taktische Disziplin bekanntlich höchsten Wert legt, wird ihm den Übereifer abgewöhnen. Er dürfte den 1,91-Meter-Mann vor allem auf der Acht einsetzen, als Kraftzentrum in der Zentrale.

Türme in allen Mannschaftsteilen

Vor und hinter Pogba kann Mourinho ebenfalls zwei Türme errichten, Ibrahimovic (1,95 Meter) im Sturm, Chris Smalling (1,91 Meter) neben dem nur vier Zentimeter kleineren Bailly in der Innenverteidigung.

So könnte Manchester Uniteds Startelf aussehen © SPORT1

Mourinho kann also auf viel körperliche Präsenz setzen, aber auch auf spielerische Raffinesse: Für die sorgen Mkhitaryan und Pogbas Landsmann Anthony Martial, die unter Mourinho als offensives Flügelduo agieren können.

Wayne Rooney kann die Offensive als Spielmacher oder als hängende Spitze ergänzen. Offensiv-Talent Marcus Rashford wird dagegen Schwierigkeiten haben, den Stammplatz zu halten, den er unter Louis van Gaal zuletzt erobert hatte.

Und sonst? Noch zu klären ist die Frage, wer weiter hinten in der Zentrale an Pogbas Seite spielt - Morgan Schneiderlin, Ander Herrera oder Routinier Michael Carrick, der im Sommer nochmal bis 2017 verlängerte.

Problemzone Außenverteidigung

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Als Baustellen gelten zudem die Außenverteidiger-Positionen. Rechts ist Matteo Darmian ein Wackelkandidat, links muss Luke Shaw nach einem doppelten Beinbruch erst wieder seine Form finden.

Ein bisschen Wundertüte ist der neue United-Kader also, weshalb wohl auch Mourinhos Saisonziel etwas wundertütig geraten ist.

Einerseits betont er vor dem Auftakt bei Bournemouth am Sonntag, dass die Meisterschaft "unrealistisch" sei. Dass er sie andererseits aber trotzdem gewinnen will.

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