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Jürgen Klopp und der FC Liverpool stehen nach dem Verkauf von Coutinho vor einer ungewissen Zukunft © SPORT1-Grafik: Getty Images/ iStock/ E.Zimmermann

Nach dem Verkauf von Philippe Coutinho stellt sich der FC Liverpool die Frage: Wohin mit dem ganzen Geld? Die Antwort könnte auch Jürgen Klopps Zukunft beeinflussen.

Eine Transferperiode lang blieb der FC Liverpool bei Barcelonas Werben um Philippe Coutinho hart - dann hielten die Reds dem Druck nicht mehr stand. Der Brasilianer wechselte am vergangenen Samstag zu den Katalanen und hinterlässt an der Anfield Road eine Lücke, die Cheftrainer Jürgen Klopp nun schließen muss.

Genau dies dürfte jedoch einer Quadratur des Kreises gleichkommen. Der brasilianische Nationalspieler füllte in Liverpool eine derart überragende Rolle aus, dass ein gleichwertiger Ersatz nicht zu bekommen ist - selbst mit den 160 Millionen Euro aus Coutinhos Ablöse in der Hinterhand.

Aus diesem Grund wurde Klopp von einem Ex-Star in die Mangel genommen. "Natürlich, 160 Millionen Euro sind eine fantastische Ablösesumme für einen Spieler, der vor fünf Jahren für neun Millionen Euro von Inter Mailand kam", schrieb Alan Shearer in seiner Sun-Kolumne. "Aber ich wäre verwundert, wenn sie in diesem Monat einen Ersatz für ihn finden. Und das ist ein hohes Risiko für Jürgen Klopp."

"Ich muss es noch verdauen"

Auch Steven Gerrard machte keinen Hehl daraus, dass der Weggang Coutinhos eine enorme Schwächung für den Champions-League-Anwärter darstelle. "Ich muss es als Liverpool-Fan erst noch verdauen, dass er weg ist", sagte der ehemalige Reds-Star bei BT Sport.

Dass Geld alleine nicht glücklich macht, mussten bereits einige Klubs erfahren, die ihre Topspieler für einen riesigen Batzen Geld loswurden. So bekam der FC Barcelona zwar eine Rekord-Ablöse von 220 Millionen Euro für Neymar, Wunschspieler Coutinho aber erst im zweiten Anlauf.

Der BVB, der im vergangenen Sommer Ousmane Dembele für (maximal) 148 Millionen Euro zu Barca ziehen lassen musste, schaffte es ebenfalls nicht, gleichwertigen Ersatz zu holen.

Nun also steht Klopp vor dem gleichen Dilemma: Millionenschwer kann er sich auf die Suche nach einem Nachfolger für den abgewanderten Brasilianer machen - doch das teuerste Regal dürfte für ihn tabu bleiben.

Kommt gar keiner im Winter?

Der kolportierte Wechsel von Riyad Mahrez nach Liverpool erwies sich als verfrüht - vermutlich weil Leicester den Preis für den algerischen Mittelfeldstar zu hoch trieb.

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Auch ein Vorziehen des Wechsels von Leipzigs Naby Keita bereits in der Winterpause erweist sich als illusorisch. Zwar wurde in diversen Medien über einen vorzeitigen Wechsel spekuliert, doch nach SPORT1-Informationen werden die Sachsen den Guineer nicht abgeben.

Monacos Thomas Lemar und Schalkes Leon Goretzka, die gerüchteweise ebenfalls auf der Reds-Liste stehen, bekamen von ihren Klubs ein Wechselverbot im Winter.

Laut dem Telegraph könnte der Mangel an Alternativen dazu führen, dass Klopp auf einen Wintertransfer verzichtet und sich auf die kommende Transferperiode konzentriert. Selbst auf die Gefahr hin, die Champions League zu verpassen.

Dass auch Klopp selbst in Zukunft zu einem noch größeren Klub wechseln könnte, daran glaubt der frühere Liverpool-Manager Christian Purslow. "Jürgen Klopp ist absolute A-Klasse. Und er wird zu einem der drei Top-Klubs (ManCity, ManUnited, Chelsea, d.R.) wechseln, sobald Liverpool seine Ziele nicht erreicht.", so Purslow bei Sky Sports.

Für die Reds steht in der Rückrunde also viel auf dem Spiel. Man darf gespannt sein, ob sie es tatsächlich riskieren, die 160 Millionen auf dem Festgeldkonto zu lassen.

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