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Emilio Butragueno ist Direktor für internationale Beziehungen bei Real Madrid
Emilio Butragueno ist Direktor für internationale Beziehungen bei Real Madrid © Imago

Real Madrid droht wegen möglicher Regelverstöße bei Absprachen über Transfers minderjähriger Spieler Ärger mit der FIFA.

Der Weltverband ermittelt nach Informationen der spanischen "AS" wegen eines möglichen Verstoßes gegen Artikel 19 der Transferregularien, der den Schutz von minderjährigen Spielern sicherstellen soll.

Die FIFA hat demnach von Real alle Dokumente bezüglich minderjähriger Spieler angefordert, die die Königlichen bei anderen Vereinen parken.

Allein im Großraum Madrid soll es 22 solcher Vereine geben.

Laut den Verträgen des Champions-League-Siegers mit diesen Klubs müssen die Vereine jeden Spieler - egal welchen Alters - an Real abgeben, sobald er das Interesse des Nobelklubs geweckt hat.

Reals Sportdirektor Emilio Butragueno bestätigte am Montag die Ermittlungen. "Wir werden mit der FIFA in allen Belangen zusammenarbeiten", sagte er. Der Klub sei aber "völlig ruhig" in der Angelegenheit.

Ein FIFA-Sprecher teilte derweil mit: "Es wurde noch kein formelles Verfahren eröffnet. Die FIFA sammelt derzeit lediglich Informationen, um die Angelegenheit richtig beurteilen zu können."

Die Anwälte der Madrilenen haben die geforderten Unterlagen laut "AS" schon in die FIFA-Zentrale in Zürich geschickt.

Erst am Donnerstag hatten die Hauptstädter das norwegische Talent Martin Odegaard (16) unter Vertrag genommen.

Der FC Barcelona, Erzrivale von Real Madrid, war wegen Unregelmäßigkeiten bei der Verpflichtung minderjähriger Spieler mit einem Transferverbot bis 1. Januar 2016 belegt worden.

Eine Klage dagegen vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS war gescheitert.

Trainer Christoph Daum hatte am Sonntag im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 mit Blick auf das Transfergebaren europäischer Topklubs von einer Besorgnis erregenden Entwicklung gesprochen: "Dieser - ich nenne ihn jetzt mittlerweile - Teenagerhandel ist ein Business, was sich aufgrund des European Financial Fairplay ergeben hat."

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