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SPORT1-Legionärs-Check
Marc-Andre ter Stegen droht in Zukunft häufiger die Bank beim FC Barcelona © Getty Images

München - Vor dem Saisonstart der internationalen Ligen blickt SPORT1 auf die deutschen Legionäre. Heute: Marc-Andre ter Stegens Kampf um die Nummer eins bei Barcelona.

Lange kann es doch eigentlich nicht dauern, bis sie zurückschlägt. Klare Kante zeigt, im Duell mit ihrer Widersacherin. Schließlich geht es um nicht weniger als die Ehre.

Nachdem sich in der Torwart-Frage beim FC Barcelona nun sogar Carla Pardo, Ehefrau des chilenischen Keepers Claudio Bravo eingemischt hat, wartet der spanische Boulevard gespannt auf die Retourkutsche von Marc-Andre ter Stegens Freundin Daniela - bislang ohne Erfolg.

Vollkommen überraschend sieht Frau Pardo derweil ihren Gatten im Kampf um die Nummer eins im Tor der Katalanen im Vorteil, schließlich sei "Claudio nicht in Barcelona, um auf der Bank zu sitzen und viele Spiele zu verpassen".

Natürlich beschränkt sich der Einfluss Außenstehender auch in Spanien glücklicherweise auf ein Minimum. Doch derzeit scheint es so, als würde die schöne Chilenin Recht behalten.

Auf Urlaub verzichtet

Dabei sah es lange so aus, als könnte ter Stegen seinen Status als Teilzeit-Stammkeeper in seinem zweiten Jahr in der katalanischen Hauptstadt ablegen.

Der 23-Jährige, der in der vergangenen Saison im Pokal und in der Champions League zum Einsatz kam, spielt eine starke Rückrunde, war ein wichtiger Garant für das Triple und formulierte zum Ende der Saison offen seinen Anspruch auf die alleinige Nummer eins.

Um diesen auch gerecht zu werden, verzichtete er nach der U21-EM auf einen Großteil seines Urlaubs. Stattdessen trat er mit dem Team die USA-Reise an - und wusste auch dort zu überzeugen.

Supercup als Stolperstein 

Doch es folgten zwei Spiele, in denen ter Stegen acht Gegentreffer hinnehmen musste.

Zwar flog er nach dem 5:4-Erfolg im europäischen Supercup gegen den FC Sevilla noch unter dem Siegesradar, doch nach der bitteren 0:4-Pleite und seinem unnötigen Ausflug vor dem ersten Gegentreffer im Hinspiel des spanischen Supercups gegen Athletic Bilbao traf ihn der Hohn der spanischen Medien mit voller Breitseite.

"Ihm gefällt es, den Feldspieler zu geben. Er vergisst dabei aber, dass er den Ball auch in die Hand nehmen darf", kommentierte El Periodico de Catalunya.

Bravo hat die Nase vorn

Im Rückspiel, das 1:1 endete, stand dann "Liga-Torhüter" Bravo zwischen den Pfosten. Und wenn es nach den Fans geht, tut er das auch beim ersten Spieltag am kommenden Wochenende.

In einer Umfrage des Fachblatts Sport sprachen sich 87 Prozent der Teilnehmer dafür aus, dass ter Stegen auf der Bank Platz nehmen sollte. Dann geht es erneut gegen Bilbao, womöglich bekam Bravo auch deshalb bereits den Vorzug. 

"Claudio Bravo zeichnet sich als der Stammkeeper in den Ligaspielen ab", schrieb die EL Periodico. In Spanien ist man sich also offenbar bereits einig, Trainer Luis Enrique hält sich mit einer endgültigen Entscheidung öffentlich aber noch zurück.

"Ich sage ihnen nie, ob sie spielen, ich will sie beide bestens vorbereitet haben. Es ist ihre Leistung und meine Eindrücke, die darüber entscheiden, wer spielt oder nicht", erklärte der spanische Ex-Nationalspieler.

Ter Stegen braucht Unterstützung

Auch in diesem Jahr geht der FC Barcelona wieder auf die Jagd nach möglichst vielen Titeln. Ob Marc-Andre Ter Stegen dabei einen ebenso großen oder gar noch größeren Beitrag leisten darf als im Vorjahr ist ungewisser denn je.

"Es kann sein, dass wir es in dieser Saison wieder so machen, aber vielleicht auch nicht", so Enrique: "Es kann auch sein, dass ein Torwart alle Spiele bestreiten wird."

Wer das nach den aktuellen Eindrücken sein würde, scheint klar. Vielleicht muss Daniela doch noch öffentlich eine Lanze für ihren Marc-Andre brechen.

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