Lukas Podolski soll bei Juventus schon im Kader von Inter Mailand stehen. Fraglich ist, wie er sich ins System einfügen soll.

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Drei Tage nach Lukas Podolski Ankunft in Mailand ist sein Leihgeschäft zu Inter endlich perfekt: Am Montagabend verkündete der FC Arsenal den Deal.
Der Wechsel hatte sich noch hingezogen, weil laut Podolskis Berater Nassim Touihri "ein, zwei Dokumente" fehlten. Womöglich steht der Weltmeister also schon am Dienstag im Kader von Inter Mailand, beim Ligaspiel bei Juventus Turin (ab 20.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und LIVESCORES).

"Er hat noch nicht mit uns trainiert. Wenn es rechtzeitig klappt, wird er auf der Bank sitzen", hielt Trainer Roberto Mancini am Montagmittag fest. Es kann nicht schnell gehen, dass Podolskis Anwesenheit seinem kriselnden Team auf die Sprünge hilft.

Mancini hofft auf die Kraft der Neuen

Inters dreimaliger Meistertrainer hat in den Wochen seit seiner Rückkehr viel probiert, kaum etwas hat wirklich funktioniert.

Deshalb ist der Wintertransfermarkt nun seine Hoffnung. Sonderlich viel Geld rückt Präsident Erick Thohir, ein indonesischer Geschäftsmann, nicht raus, vor allem im Vergleich zu den goldenen Zeiten in Händen der Familie Moratti.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass Mancini nimmt, wen er eben bekommen kann. Podolski war dabei der erste.

Positions-Roulette für Podolski

Mancinis Lob für seinen Neuen deutete bereits die Richtung an: "Ich kenne ihn sehr gut, er kann auf verschiedenen Positionen spielen, hat sehr viel Erfahrung und Qualität." Am wichtigsten ist der Mittelteil dieser Aussage. Podolski kann sich auf ein Positions-Roulette einstellen.

Positiv betrachtet: Mancini sieht in Podolski mehr als nur einen riesigen linken Fuß mit drei anderen Extremitäten und traut ihm mehr zu als Arsenals Trainer Arsene Wenger. Doch dahinter steckt noch mehr.

Shaqiri und Lavezzi auf der Liste

Nächstes Transferziel ist Bayerns Xherdan Shaqiri, über den Mancini sagt: "Ich bin überzeugt, dass Inter mit ihm einen weiteren Qualitätssprung machen würde."

Wie Podolski ist das Schweizer Kraftpaket unter anderem auf der linken Seite zu Hause.

Außerdem soll Ezequiel Lavezzi von Paris Saint-Germain kommen. Auch der Argentinier ist ein Mann für die Flügel.

Und ganz vorne? Könnte demnächst Mario Balotelli hinzukommen, auch wenn viele Inter-Fans von dieser Aussicht gar nicht angetan sind. Auf jeden Fall wird die Konkurrenz in der Offensive noch deutlich schärfer werden, was die Frage offen lässt: Was genau hat Mancini mit Podolski vor?

Stärke bei den Bayern, Schwäche bei Inter

Sowohl unter Walter Mazzarri als auch unter Mancini wechselten Startformation und Spielsystem in dieser Saison bislang so regelmäßig wie radikal. Beim FC Bayern ist das eine große Stärke, bei Inter verhindert diese Wechsellaune bislang eine stringente Spielweise.

Podolski wird natürlich seine Chancen bekommen. Wenn er aber nicht auf Anhieb trifft, könnte er schon bald zwischen diversen Positionen und der Bank rotieren.

Einiges wird auch davon abhängen, wie weit Inter in der Europa League kommt. Dort ist Podolski spielberechtigt, obwohl er in dieser Spielzeit bereits für den FC Arsenal in der Champions League gespielt hat. Scheidet die Mannschaft gleich in der Zwischenrunde gegen Celtic aus, wird es sofort eng in Inters Riesenkader.

Angstgegner Juventus

Zunächst aber geht es zum Angstgegner. Von den letzten 16 Liga-Partien gegen Juventus verlor Inter neun (zwei davon in der Wettskandal-Saison 2005/06), gewann nur drei.

Seit dem Wiederaufstieg von Juventus 2007 haben sich beide Vereine gegensätzlich entwickelt, die Turiner sind klarer Favorit.

Man wird sehen, ob Podolskis Anwesenheit daran etwas ändern kann.

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