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Mario Gomez, Miroslav Klose und Lukas Podolski in der Serie A
Haben es in der Serie A nicht leicht: Gomez, Klose und auch Podolski (v.l.) © SPORT1

München - Für Miroslav Klose und Mario Gomez wird die Serie A immer mehr zum Karriereknick. Auch Lukas Podolski verspürt ersten Gegenwind.

Den Blick in die italienischen Gazetten sollten sich Mario Gomez und Miroslav Klose lieber ersparen.

Es prasselt nur so an Kritik auf die beiden deutschen Stürmer in der Serie A nieder.

„Gomez schlittert immer mehr ins Leere“, resümierte die Zeitung "La Repubblica".

Der Kommentar zu Klose in der "Gazzetta dello Sport" fiel nicht freundlicher aus. "Sein Einsatz verbessert nicht Lazios Sturm, im Gegenteil, er belastet ihn nur noch“, befand das Blatt und schob nach: „Er ist langsam und unbeholfen."

Tor nur im Pokal

Lediglich zuletzt im Pokal hatte Klose mal wieder Grund zur Freude.

Beim 3:1 gegen den FC Turin erzielte der WM-Rekordtorschütze ein Tor und holte einen Elfmeter heraus.

Ansonsten verkommt der 36-Jährige immer mehr zum Teilzeitarbeiter, zum Auslaufmodell.

"Klose erlebt den Niedergang eines Stars"

Trainer Stefano Pioli setzt verstärkt auf den sieben Jahre jüngeren Serben Filip Djordjevic.

Klose Lazio
Miroslav Klose stürmt seit 2011 für Lazio Rom © Getty Images

So ist Klose bei Lazio Rom in dieser Saison zwar in 16 von 19 Liga-Spielen zum Einsatz gekommen, stand dabei allerdings bloß fünf Mal in der Startelf. Drei Tore und zwei Vorlagen hat er auf dem Konto, mittlerweile aber auch schon seit neun Liga-Partien nicht mehr getroffen.

"Klose erlebt den Niedergang eines Stars ", stimmte der "Corriere della Sera" schon den Abgesang an.

Wechselgerüchte um unzufriedenen Weltmeister

Über den Zenit einer normalen Fußballkarriere ist Klose schon weit hinaus, wenngleich die Fitness immer noch stimmt.

In den vergangenen Wochen hat der 137-malige Nationalspieler daher wiederholt seinen Unmut geäußert und dadurch Wechselgerüchte geschürt.

Doch welche Alternativen hat er? Sein Vertrag in Rom läuft noch bis zum Sommer und beinhaltet eine Option zur Verlängerung um ein Jahr.

Werder Bremen signalisierte zuletzt Interesse, doch einer Rückkehr an die Weser dürfte allein schon sein angebliches Jahresgehalt von etwa 2,5 Millionen Euro im Weg stehen. Auch mit dem 1. FC Kaiserslautern wird Klose bereits seit Jahren immer wieder in Verbindung gebracht, doch sein Herzensverein wäre wohl selbst im Aufstiegsfall nicht in der Lage, ihn zu bezahlen.

Letzte Ausfahrt USA?

Für Champions-League-Teams wie Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen oder den FC Schalke 04 wäre er hingegen durchaus eine Überlegung wert: Klose ist ein absoluter Vollprofi, der nach wie vor weiß, wo das Tor steht - und er ist im laufenden Wettbewerb auch noch in der Königsklasse spielberechtigt. Bei einem Wechsel auf Leihbasis zum Beispiel wäre das finanzielle Risiko außerdem ein überschaubares.

Klose selbst scheint momentan allerdings nicht an einen Umzug nach Deutschland zu denken.

 Stattdessen liebäugelt der Stürmer dem Vernehmen nach mit einem Wechsel in die USA. Schon im Mai hatte er nach eigener Aussage "zwei exzellente Angebote" von MLS-Klubs vorliegen.

Das würde eigentlich perfekt passen, denn nach einer erfolgreichen Karriere mit diversen Titeln und Trophäen braucht sich Klose nichts mehr zu beweisen. Und wäre in der vom Niveau her überschaubaren US-Liga als Star von internationalem Format wohl auch auf alle Fälle gesetzt.

"Krise immer peinlicher"

Andere Ansprüche hat noch Gomez - inklusive Rückkehr in die Nationalmannschaft.

Stattdessen steckt er mitten in einer Torflaute. Seit dem 30. November 2014 hat er nicht mehr getroffen. Nur die Kritik an ihm wird immer stürmischer.

„Seine Krise wird immer peinlicher", schrieb "La Repubblica".

Ein Abschied des 29-Jährigen vom AC Florenz wäre keine Überraschung - und könnte Gomez guttun.

Gomez am Scheideweg

Nach eineinhalb verlorenen Jahren in der Toskana will Gomez dringend noch einmal den Turnaround schaffen. Nach seinem Wechsel vom FC Bayern zum AC Florenz 2013 war er zunächst monatelang verletzt und wurde später immer wieder zurückgeworfen.

Mario Gomez wechselte vom AC Florenz zu Besiktas Istanbul
Mario Gomez hat in dieser Saison erst ein Tor erzielt © Getty Images

Das Resultat der vielen Rückschläge ist verheerend. Der Gomez des Jahres 2015 ist nur noch ein Schatten seiner selbst. In elf seiner 14 Liga-Spiele in dieser Saison stand er in der Startelf, brachte es dabei aber bloß auf einen Treffer und eine Torvorlage.

Gomez war zwar noch nie ein spielstarker Mittelstürmer, der ständig auf die Flügel ausweicht und den Gegner durcheinander wirbelt, doch mittlerweile wirkt er allein an vorderster Front zunehmend apathisch: Wenig Ballkontakte, viele Abseitsstellungen und Nervenflattern im Abschluss. Seine einstige Stärke, die eiskalte Chancenverwertung, ist zum großen Manko geworden.

Torjäger ohne Lobby

Nicht ohne Grund scheinen nicht nur die Tiffosi, sondern auch Trainer Vincenzo Montella allmählich die Geduld mit dem Großverdiener zu verlieren. Der ehemalige italienische Nationalspieler legte ihm vergangene Woche sogar ein Karriereende nahe, um die Kritik später nur minimal zu relativieren.

Das Problem ist klar, Preis und Leistung stehen in keinem Verhältnis zueinander - seine Lobby schwindet. Gomez ist aus der Nationalelf wie auch aus seiner Zeit in München bereits mit Gegenwind vertraut und will seinen bis 2017 datierten Vertrag nach SPORT1-Informationen eigentlich unbedingt erfüllen.

Dennoch muss er nun schleunigst liefern oder anderswo einen Neustart versuchen. Im Juli wird der gebürtige Schwabe 30 - allzu viele Chancen wird er dazu nicht mehr erhalten.

Podolski noch ohne Tor

Den ersten Gegenwind in Italien hat auch schon Lukas Podolski verspürt.

Lukas Podolski
Lukas Podolski spielt auf Leihbasis für Inter Mailand © Getty Images

Groß war die Euphorie bei Inter Mailand nach dem Wechsel des Weltmeisters von FC Arsenal.

Schlecht waren seine ersten Leistungen für die Nerazurri auch nicht, doch in 200 Spielminuten hat er bislang nur ein Tor vorbereitet, selbst noch keinen Treffer erzielt.

"Weich und abwesend"

Auch wenn die Formschwankungen der Leihgabe nicht zuletzt seiner mangelnden Wettkampfpraxis geschuldet sein dürften, sparte die Presse am vergangenen Wochenende nicht mit Kritik.

Das Urteil von "La Repubblica" über den 29-Jährigen: "Podolski ist weich und abwesend."

Willkommen in der Serie A(lptraum).

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