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Gianluigi Buffon von Juventus mit Ball in der Hand
Gianluigi Buffon blieb in der Serie A 973 Minuten in Folge ohne Gegentor © Getty Images

Gianluigi Buffon schreibt nach seinem Gegentor-Rekord in der Serie A eine Liebeserklärung - an das Fußballtor, das er seit über 25 Jahren zu beschützen versucht.

Juventus' Torwart-Ikone Gianluigi Buffon hat seinen Gegentor-Rekord in der italienischen Serie A als Anlass für einen Liebesbrief genommen.

Der Adressat: das Fußballtor.

Was kurios klingt, stellt sich bei genauerer Betrachtung der Zeilen, die der 38-Jährige via Twitter veröffentlichte, als rhetorische Meisterleistung des Juve-Keepers heraus.

"Ich habe mir selbst versprochen, alles zu tun, um deinen Blick nicht mehr zu kreuzen. Oder es zumindest so wenig wie möglich zu tun", schreibt Buffon unter anderem und erklärt: "An dem Tag als ich aufgehört habe, dir ins Gesicht zu schauen, habe ich begonnen, dich zu lieben. Dich zu beschützen."

Buffon bleibt 973 Minuten ohne Gegentor

Buffon hatte bereits in der Vorwoche den über 40 Jahre alten Vereinsrekord von Dino Zoff gebrochen, der einst 903 Minuten in Folge ohne Gegentor geblieben war.

Beim 4:1-Sieg im Stadtderby gegen den FC Turin übertraf Buffon nun auch den Serie-A-Rekord von Sebastiano Rossi, der 1993/94 bei Milan 929 Minuten ohne Gegentor überstanden hatte.

Die Marke von 1000 Minuten verpasste der Juventus-Schlussmann jedoch knapp: Nach 973 Minuten ohne Gegentreffer musste Buffon wieder hinter sich greifen. Dafür nötig war - wie könnte es anders sein - ein Elfmeter.

Buffons Liebeserklärung an das Fußballtor im Wortlaut:

"Ich war zwölf Jahre alt, als ich dir den Rücken zugewendet habe. Ich habe meine Vergangenheit verleugnet, um dir eine sichere Zukunft zu garantieren.
Eine Entscheidung des Herzens.
Eine Entscheidung des Gefühls.
Genau an dem Tag als ich aufgehört habe, dir ins Gesicht zu schauen, habe ich begonnen, dich zu lieben.
Dich zu beschützen.
Deine erste und letzte Verteidigungslinie zu sein.
Ich habe mir selbst versprochen, alles zu tun, um deinen Blick nicht mehr zu kreuzen. Oder es zumindest so wenig wie möglich zu tun. Jedes Mal ist es eine Qual, mich umdrehen zu müssen, um festzustellen, dass ich dich enttäuscht habe.
Wieder einmal.
Und noch einmal.
Wir sind Gegensätze, die sich doch ergänzen, wie Mond und Sonne. Gezwungen, Seite an Seite zu leben, ohne sich jemals berühren zu dürfen. Gefährten fürs Leben, denen jeglicher Kontakt verboten ist.
Vor mehr als 25 Jahren habe ich mein Gelübde abgelegt: Ich habe geschworen, dich zu beschützen und zu behüten. Ich habe mich zum Schutzschild gegen deine Feinde gemacht. Ich habe immer an dein Bestes gedacht und habe das über meines gestellt. Und jedes Mal, wenn ich mich umgedreht und dich angesehen habe, habe ich versucht, erhobenen Hauptes deine enttäuschte Miene auszuhalten, und fühlte mich doch meiner Schuld bewusst.

Ich war zwölf Jahre alt, als ich dem Tor den Rücken zugewendet habe.
Und ich werde es weiter tun. Solange Beine, Kopf und Herz mich tragen."

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