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München - Vor dem Saisonstart der internationalen Ligen blickt SPORT1 auf die deutschen Legionäre. Lukas Podolski und Mario Gomez wollen es in der Türkei nochmal allen beweisen.

Die Süper Lig hat aufgerüstet.

Die Spitzenvereine in der Türkei haben für die neue Saison einige weltbekannte Fußballer unter Vertrag genommen. Aufsteiger Antalyaspor leistete sich mit Samuel Eto’o einen früheren Weltklassestürmer und hätte sich mit Ronaldinho fast einen zweiten Superstar geleistet.

Aus deutscher Sicht stehen natürlich ein aktueller und ein ehemaliger Nationalspieler im Fokus: Lukas Podolski, vom FC Arsenal zu Galatasaray Istanbul gewechselt, und Mario Gomez, der vom AC Florenz zu Besiktas Istanbul kam. Ein Wechsel in die Türkei wirkt wie ein Rückschritt, das wissen die Beiden, doch sie sehen es als Schritt in die richtige Richtung.

Bisher waren gealterte Stars für türkische Fußballklubs nur bedingt ein Erfolgsgeschäft.

So richtig erfolgreich waren am Bosporus eigentlich nur die Trainer Friedel Rausch, Christoph Daum und Sepp Piontek, der sogar Nationalcoach wurde. Und Toni Schumacher, der als Torwart eine positive Zeit in der Türkei hatte.

Was ist neu bei Besiktas?

Neben Gomez, der bei seiner Ankunft in Istanbul wie ein Nationalheld gefeiert wurde, ist bei Besiktas vor allem der Trainer neu. Nach zwei Jahren ohne einen Titel verließ Slaven Bilic (66 Bundesligaspiele für den Karlsruher SC, Anm. d. Red.) die "Schwarzen Adler" zum Saisonende - inzwischen hat er bei West Ham United angeheuert.

Nun hat Senol Günes die Nachfolge des 46-Jährigen übernommen. Günes hatte seine Karriere als aktiver Spieler bei Trabzonspor beendet und war zuletzt Trainer von Bursaspor. Bei Besiktas, Tabellendritter der abgelaufenen Saison, hat der 63-Jährige einen Vertrag bis 2017 unterschrieben.

Bei Besiktas trifft Gomez auf den bereits zuvor verpflichteten Abwehrspieler Andreas Beck, mit dem er 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister geworden war. Gomez war 2013 vom FC Bayern München zur Fiorentina gewechselt, hatte aber immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und spielte schließlich in den Planungen von Trainer Paulo Sousa keine Rolle mehr.

Was ist neu bei Galatasaray?

Lukas Podolski ist nach seinem Halbjahres-Intermezzo bei Inter Mailand nun also bei Galatasaray gelandet. Und die Hoffnungen, die in den Nationalspieler gesteckt werden, sind groß. Vor dem Start der Süper Lig sind Podolski und Sneijder schon erstaunlich gut drauf.

Gala-Coach Hamza Hamzaoglu sagte im kicker: "Sie sind in einer guten Frühform."

Einen guten Einstand hatte Podolski beim 1:0 im türkischen Supercup gegen Bursaspor.

Der Ex-Kölner spricht auch die Seele des türkischen Fußballs an, ließ sich mit Türkeifahne auf einem Boot auf dem Bosporus fotografieren und bringt seine Begeisterung für Galatasaray fast täglich in den sozialen Netzwerken zum Ausdruck.

"Du hast den Pokal verdient, ruhmreiches Galatasaray", schrieb Podolski auf Instagram.

Welche Rolle spielen die Deutschen?

Eine große. Die Fans sehen in den beiden früheren Bundesligastars die großen Hoffnungsträger. Beweise der sportlichen Qualität erwartet man auch in der Türkei.

"Beide sind nicht mehr ganz jung. Die Süper Lig ist qualitativ vielleicht nicht erste Klasse, aber was den Wettstreit betrifft, so ist sie ein sehr hartes Pflaster. Ob sie erfolgreich sein werden, hängt davon ab, wie sie mit dieser Härte umgehen werden", sagte der Sportchef der Zeitung "Hürriyet", Mehmet Arslan.

Was können beide Teams erreichen?

Wenn die drei Deutschen und die anderen Neuzugänge sich zu Leistungsträgern entwickeln, dann ist für Galatasaray und Besiktas einiges drin. Und der Ansporn ist enorm. Gomez verbindet mit seinem Wechsel vor allem eins: Hoffnung auf ein Comeback in der Nationalmannschaft.

"Ich brauchte einfach im Hinblick auf die EM jetzt einen Schnitt", sagte Gomez nach seinem Transfer vom AC Florenz an den Bosporus.

Podolski hatte von Bundestrainer Joachim Löw nach einer Reihe enttäuschender Länderspielauftritte sowie dem Reservisten-Dasein bei Arsenal und bei Inter unmissverständlich gesagt bekommen: "Er muss spielen. Denn zwei Jahre ohne richtige Spielpraxis wären keine gute Grundlage, um bei der EM 2016 dabei sein zu können."

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