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Kevin Großkreutz hat für Galatasaray keine Spielberechtigung. Dennoch wird sich der 27-Jährige in die Türkei begeben. Von den BVB-Fans nimmt er emotional Abschied.

Das Theater um den Wechsel von Kevin Großkreutz von Borussia Dortmund zu Galatasaray Istanbul ist nach einer weiteren Posse beendet.

Die FIFA hat dem 27-Jährigen die Spielberechtigung verweigert. Dennoch schließt sich das BVB-Urgestein mit sofortiger Wirkung dem Klub seines Nationalmannschafts-Kollegen Lukas Podolski an.

"Die FIFA hat meine Spielberechtigung nicht anerkannt, trotzdem werde ich ab der kommenden Woche mich nach Istanbul begeben und eingewöhnen. Ich habe nun leider bis Januar die Zeit mich nur im "Training" zu beweisen", schrieb der Weltmeister auf Instagram.

Auch der BVB bestätigte den Abgang von Großkreutz. "Galatasaray Istanbul und Kevin Großkreutz haben gegenüber Borussia Dortmund heute den Wunsch geäußert, den Wechsel gleichwohl sofort und zu den bereits vereinbarten Konditionen zu vollziehen", schrieb der Klub auf seiner Webseite. "Der BVB hat diesem Wunsch am Abend entsprochen."

Wechsel wird im Januar vollzogen

Der BVB soll für den Wechsel 1,5 Millionen Euro Ablöse kassieren. Großkreutz soll beim türkischen Topklub einen Vertrag bis 2018 unterzeichnen.

Der Transfer soll demnach zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu Beginn des Wintertransferfensters endgültig vollzogen werden. Bis dahin darf Großkreutz nur am Training und an Testspielen von Galatasaray teilnehmen.

Dortmund und Galatasaray hatten sich bereits am Montag, dem letzten Tag der abgelaufenen Transferperiode, auf einen Wechsel verständigt.

Dokumente nicht unterschrieben

Laut BVB-Mitteilung sei die FIFA allerdings zu der Überzeugung gekommen, "dass Galasaray nicht alle notwendigen Schritte zur Abwicklung dieses angedachten Transfers innerhalb des vorgeschriebenen Zeitfensters vollgezogen hat."

Die Türken erklärten, dass der entsprechende Antrag fristgerecht bei der FIFA eingegangen sei. Jedoch räumte der Klub ein, dass bei den Dokumenten aufgrund fehlender Unterschriften ein Formfehler vorlag. Der BVB hatte beteuert, dass man "ausnahmslos alle zur Abwicklung eines Transfers notwendigen Schritte innerhalb des Transfersystems "FIFA TMS" - wie üblich - nachweisbar sowohl zeit- als auch formgerecht eingebracht habe."

Der türkische Erstligist hatte Großkreutz am Dienstagabend bereits als Neuzugang begrüßt und schon mit der Rückennummer 12 im 25-Mann-Kader für die Champions League aufgeführt.

Großkreutz verabschiedet sich von BVB-Fans

Großkreutz verabschiedete sich mit einem emotionalen Statement von den BVB-Fans.

"Auch wenn ich gern mein gesamtes Leben für Schwarz-Gelb gespielt hätte, muss ich sagen, dass ich mich glücklich schätze, überhaupt für MEINEN Verein gespielt haben zu dürfen", schrieb Großkreutz und bedankte sich bei den Anhängern für die Unterstützung. 

"Ich verlasse Dortmund mit einem großen weinenden Auge, aber auch mit einem lachenden - denn natürlich freue ich mich auch auf einen ambitionierten Traditionsverein und die damit verbundene sportliche Herausforderung auf höchstem Niveau, um es allen - aber am meisten mir selbst zu beweisen", so Großkreutz weiter.

Großkreutz kam 2009 vom Zweitligisten Rot Weiss Ahlen zu den Schwarz-Gelben, bei denen er 176 Liga-Spiele (23 Tore) bestritt und zwei Meisterschaften (2011, 2012) sowie einen Pokalsieg (2012) feierte. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Zeit der Malocher im Team scheint vorbei zu sein, Techniker sind gesucht, um die Philosophie von Trainer Thomas Tuchel erfolgreich umzusetzen.

Die Nummer eins bei den BVB-Fans war sportlich bei seinem Lieblingsklub in die zweite Reihe geraten, kam nach einer Knie-OP im April in der laufenden Saison unter Trainer Thomas Tuchel nicht zum Zug und absolvierte zuletzt sogar Spiele im Regionalligateam.

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