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16 Weltklasse-Boxer kämpfen ab September um die Muhammad-Ali-Trophy © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/Getty Images/dpa Picture Alliance

München - Mit der "Muhammad-Ali-Trophy" wollen die vier Weltverbände das Boxen wieder groß machen. SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zur neuen Weltliga.

Jede Sportart hat ihr Saisonhighlight. Im Radsport ist es die Tour de France, im Tennis schaut alle Welt nach Wimbledon. Im Boxen kochte bisher jeder der vier Profi-Verbände sein eigenes Süppchen. 

Das soll sich nun ändern. An der neuen World Boxing Super Series mit dem Namen "Muhammad-Ali-Trophy" sind erstmals alle vier Verbände beteiligt. Es soll ein neues Vorzeigeformat geschaffen werden, in dem die Besten der Besten gegeneinander antreten.

Am Sanstag feiert die neugeschaffene Box-Serie in Berlin ihre Weltpremiere.

Doch worum geht es überhaupt und wer ist in der "Weltliga des Boxens" dabei?  SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist die Muhammad-Ali-Trophy?

Die Muhammad-Ali-Trophy ist ein neu gegründeter Wettbewerb im Boxsport. Um die Trophy kämpfen acht Boxer im Cruisergewicht und acht im Supermittelgewicht - allesamt sind sie Weltmeister oder haben beeindruckende Kampfbilanzen vorzuweisen. Gekämpft wird das Viertelfinale u.a. in Berlin, Stuttgart, Liverpool und London.

Der Sieger erhält einen Sondergürtel der WBC. Der Name soll zugleich eine Hommage an Muhammad Ali sein, den größten Boxer aller Zeiten. Ali starb im vergangenen Jahr im Alter von 74 Jahren.

Wer ist dabei?

Insgesamt nehmen 16 Kämpfer teil, darunter fünf aktuelle Weltmeister, drei ehemalige Champions, acht davon ungeschlagen. Dabei starten acht im Cruisergewicht und acht im Supermittelgewicht.

Cruisergewicht

Oleksandr Usyk (Ukraine): WBO World Champion, ungeschlagen
Yunier Dorticos (Kuba): WBA World Champion, ungeschlagen
Murat Gassiev (Russland): IBF World Champion, ungeschlagen
Mairis Briedis (Lettland): WBC und IBO World Champion, ungeschlagen
Krzystof Wlodarczyk (Polen): Ex-IBF und WBC World Champion, IBF Top-Herausforderer
Marco Huck (Deutschland): Ex-WBO World Champion
Dmitry Kudryashov (Russland): mehrmaliger WBC-Champion der GUS-Staaten
Mike Perez (Kuba): 22 Siege in 25 Kämpfen

Supermittelgewicht

George Groves (England): WBA Super Champion
Jürgen Brähmer (Deutschland): Ex-WBA und WBO Champion
Erik Skoglund (Schweden): internationaler IBO-Meister im Halbschwergewicht, ungeschlagen
Jamie Cox (England): WBA Continental Champion, ungeschlagen
Callum Smith (England): WBC Silber Champion, ungeschlagen
Rob Brant (USA): ungeschlagen
Avni Yildrim (Türkei): Internationaler WBC-Meister, ungeschlagen
Chris Eubank Jr. (England): IBO World Champion

Wie ist der Modus?

Das Turnier wird in beiden Gewichtsklassen in klassischen K.o.-Runden ausgetragen. Der Sieger des Kampfes ist weiter, der Verlierer scheidet aus. Los geht es im September 2017 mit den Viertelfinals. Anfang 2018 steigen die Halbfinals und die beiden Finals finden im Mai 2018 statt.

Wie viel Preisgeld wird ausgeschüttet?

Die Muhammad-Ali-Trophy ist mit 50 Millionen Euro dotiert. Jeder Boxer erhält eine Antrittsgage, hinzu kommen Erfolgsprämien, wenn man eine Runde weiterkommt. Der Sieger soll zwischen fünf und sechs Millionen Euro erhalten.

Wer sind die deutschen Hoffnungen?

Sicher mit dabei sind Marco Huck und Jürgen Brähmer. Arthur Abraham hat durch seine Niederlage gegen den Engländer Chris Eubank Jr. den Startplatz verfehlt.

Jürgen Brähmer

Der ehemalige Weltmeister Brähmer bekommt es im Viertelfinale dabei mit dem US-Amerikaner Rob Brant zu tun. Der 26-jährige Brant ist mit 22 Siegen in 22 Kämpfen zwar ungeschlagen, trat bislang aber auch noch nicht gegen einen Weltklasse-Gegner an.

Brähmer, der in der Welt an Nummer 13 geführt wird, hat mit dem an Nr. 35 gesetzten Amerikaner also eine lösbare Aufgabe vor der Brust. "Ich freue mich, dass es losgeht. Ich bin gespannt, wo und wann das Duell stattfindet", sagte Brähmer.

Marco Huck

Huck kämpft im Eröffnungskampf am 9. September gegen den Ukrainer Oleksandr Usyk und hat damit ein deutlich schwereres Los erwischt. Der 30-Jährige ist seit September 2016 WBO-Weltmeister und als Profi noch ungeschlagen.

Oleksandr Usyk v Thabiso Mchunu
WBO-Champion Oleksandr Usyk trifft bei der Ali-Trophy zum Auftakt auf Marco Huck © Getty Images

Trotzdem ist Huck optimistisch: "Usyk war mein Wunschgegner. Er ist Olympiasieger und jetzt gerade Weltmeister geworden. Er ist einer der Favoriten, aber ich rechne mir gute Chancen aus."

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