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Las Vegas - Floyd Mayweather Jr. und Conor McGregor sorgen mit ihrem Kampf in Las Vegas für große Unterhaltung - sowohl im Vorfeld als auch im Boxring selbst.

Gleich bei meiner Ankunft in Las Vegas wurde ich im Medienzentrum mit einem Armband in auffälligem Weinrot ausgestattet. Abnehmbar nur mit Hilfe einer Schere.

Das bedeutete, jeder in der Stadt konnte ab sofort erkennen: Ich bin in der Glücksspiel-Metropole, um über den Mega-Fight zwischen Floyd Mayweather und Conor McGregor zu berichten.

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Mega-Fight bewegt Las Vegas

Kellner, Verkäuferinnen, Barkeeper: Jeder sprach mich immer sofort auf "The Fight" an.

Das Duell zwischen dem Box-Altmeister und dem MMA-Star bewegte wirklich die ganze Stadt. Auch wenn ich Gesprächsfetzen aufschnappte: Andauernd ging es um Mayweather vs. McGregor. 

Im Vorfeld des Kampfes und auch nach dem Sieg von Mayweather wurde in den Medien aber immer wieder die gleiche Kritik laut: Der Kampf sei ein reiner Zirkus, der sportliche Wert gleich null, McGregor habe im Boxring nichts zu suchen.

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Eine sehr gute Show

Ich sage: Natürlich war der Mega-Fight eine reine Show-Veranstaltung - aber eine verdammt gute!

(Die Highlights des Mega-Fights in der Nacht von Montag auf Dienstag um 0 Uhr im Free-TV auf SPORT1)

Auch wenn es nicht um einen der ohnehin unzähligen und verwässerten Weltmeistertitel im Boxen ging: Der Fight löste Emotionen im großen Maßstab aus. Der Kampf und alles darum herum war pures Entertainment. Und darum geht es doch letztlich im Profisport.

Von Stripclub-Besitzer Mayweather und Großmaul McGregor kann man halten, was man will, aber bei all dem Radau, den die beiden veranstalteten, waren sie doch ehrlicher als viele andere Profisportler.

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Ja, es ging für beide hauptsächlich ums Geld. Viel Geld. Aber wenigstens machten die beiden Kämpfer erst gar keinen Hehl daraus.

Kein "Ich will den nächsten Schritt in meiner Karriere machen" oder "Ich will Titel gewinnen, dazu habe ich hier die Gelegenheit."

Mayweather und McGregor kämpfen für sich ganz alleine und ihr Bankkonto. Keine Vereine, Verbände oder Ligen, die ihnen vorschreiben, was sie zu tun und zu sagen haben. Deshalb tun und sagen Mayweather und McGregor auch, worauf sie Lust haben.

Ihre Pressekonferenzen und Auftritte rund um den Fight waren bunt, laut und unvorhersehbar. Keine Plattitüden. Ganz anders als bei vielen anderen Sportevents.

McGregors Mut gegen Mayweathers Erfahrung

Der Kampf an sich war große Unterhaltung. Superstars wie LeBron James, Jennifer Lopez und Charlize Theron am Ring, eine Gänsehaut-Nationalhymne von Sängerin Demi Lovato und über allem schwebte die Frage: Wie würde sich McGregor bei seinem ersten Profi-Boxkampf schlagen?

Der Ire begann stark, zeigte, dass er kein blutiger Anfänger ist, hatte aber letztlich nie eine Chance gegen Altmeister Mayweather, der im Boxring schon alles erlebt hat.

Trotzdem: McGregors Mut, sich in die Höhle des Löwen zu wagen, verdient Respekt und keine Häme.

Iren sorgen für Stimmung

Michael Jordan, bester Basketballer aller Zeiten, wechselte zum Baseball. Formel-1-Legende Michael Schumacher fuhr Motorrad-Rennen. Echte Champions suchen sich neue Herausforderungen.

McGregor hat seine Fans trotz der Niederlage nicht enttäuscht. Zu Tausenden kamen junge Iren nach Vegas - auch, wenn sich viele die vollkommen überteuerten Tickets für die Arena überhaupt nicht leisten konnten.

Fans, die wie beim Fußball laut singend durch die Straßen ziehen: Das kennen die Amerikaner aus der NFL oder NBA nicht. Deshalb wurden die euphorischen Iren zu einem Teil des großen Spektakels. Ein Spektakel, das einfach nur Spaß gemacht hat.

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