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Oscar Pistorius startete 2012 in London als erster beidseitig beinamputierter Sportler bei Olympischen Spielen (ZUM DURCHKLICKEN: Pistorius' Karriere)

Der Prozess um Oscar Pistorius ist zu Ende - der "Blade Runner" muss ins Gefängnis. SPORT1 blickt auf die Chronologie zurück.

Pretoria - In der Nacht zum Valentinstag 2013 hat Oscar Pistorius seine Freundin Reeva Steenkamp mit vier Schüssen durch die geschlossene Toilettentür seines Hauses getötet.

Die Tragödie wurde zu einem juristischen Drama, das am Dienstag mit der Verkündung des Strafmaßes ein Ende nahm. Der "Blade Runner" muss für fünf Jahre ins Gefängnis.

SPORT1 blickt auf die Chronologie im Fall Pistorius zurück (BERICHT: Der tiefe Fall einer Ikone).

2013

14. Februar Steenkamps Leiche wird in Pistorius Wohnung gefunden. Der Paralympics-Star hatte die 29-Jährige durch die geschlossene Toilettentür erschossen. Insgesamt gab er vier Schüsse ab. Er wird festgenommen.

15. Februar: Bei einem ersten Gerichtstermin, bei dem Pistorius Mord an seiner Freundin zur Last gelegt wird, bestreitet er den Mordvorwurf.

19. Februar: Pistorius beteuert, er habe hinter der Toilettentür einen Einbrecher vermutet und "furchtbare Angst" gehabt.

20. Februar: Die Polizei teilt mit, dass in Pistorius' Wohnung Spritzen und Testosteron als Doping-Substanz gefunden wurden. Das Kosmetikunternehmen Clarins setzt eine Werbekampagne mit dem unterhalb der Knie amputierten Ausnahmesportler aus.

21. Februar: Nike stoppt die Zusammenarbeit mit Pistorius. Chefermittler Hilton Botha wird von dem Fall abgezogen, als bekannt wurde, dass er selbst des versuchten Mordes verdächtig ist.

22. Februar: Pistorius wird gegen eine Kaution von umgerechnet 75.000 Euro freigelassen.

28. März: Pistorius bekommt seinen Pass zurück und darf wieder ins Ausland reisen.

14. April: Presseberichte erscheinen, nach denen Pistorius am 6. April in zwei Lokalen in Johannesburg mit Freunden gefeiert hat.

13. August: Der Prozess wird für März 2014 angekündigt.

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2014

25. Februar: Das Gericht entscheidet, dass im Saal gefilmt werden darf, aber nicht während der Aussage von Pistorius. Tonaufnahmen sind aber auch dann gestattet.

3. März: Zum Prozessauftakt sagt eine Zeugin aus, sie habe in der Tatnacht "schreckliche Schreie" einer Frau und Schüsse gehört.

10. und 13. März: Pistorius übergibt sich bei der Verlesung des Autopsieberichts und als auf dem Bildschirm im Gerichtssaal versehentlich eine Aufnahme von Steenkamps Leiche erscheint (

).

7. bis 15. April: Pistorius beginnt seine Aussage mit einer Entschuldigung bei Steenkamps Familie. Immer wieder bricht er im Kreuzverhör in Tränen aus und verwickelt sich auch in Widersprüche. Er bleibt aber dabei, dass er zwar geschossen hat, jedoch nicht wusste, dass sich Steenkamp in der Toilette aufhielt.

30. Juni: Nach sechswöchiger Unterbrechung, in der sich Pistorius psychiatrischen Untersuchungen unterziehen musste, erklären drei Psychiater und ein Psychologe übereinstimmend, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt voll schuldfähig war.

7. August: Staatsanwalt Gerrie Nel wirft Pistorius vor, seine Version der Tatnacht erfunden zu haben und diese nun mit immer neuen Lügen zu untermauern.

8. August: Die Anhörungen enden mit dem Schlussplädoyer der Verteidigung.

11. September: Richterin Thokozile Masipa spricht Pistorius von den Vorwürfen des Mordes und des Totschlags frei.

12. September: Pistorius wird wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässigen Waffengebrauchs in einem Fall schuldig gesprochen - das Strafmaß wird noch nicht verkündet. Es liegt allein im Ermessen der Richterin.

17. Oktober: Nach viertägigen Anhörungen zum Strafmaß fordert die Staatsanwaltschaft mindestens zehn Jahre Haft. Die Verteidigung plädiert auf Hausarrest sowie gemeinnützige Arbeit.

21. Oktober: 614 Tage nach dem Tod von Reeva Steenkamp verurteilt Richterin Thokozile Masipa Pistorius wegen der tödlichen Schüsse zu fünf Jahren Haft. Für den fahrlässigen Gebrauch einer Waffe in einem anderen Fall verhängt sie außerdem drei Jahre Haft auf Bewährung gegen den 27-Jährigen. Er wird nach der Strafmaßverkündung sofort ins Gefängnis gebracht.

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