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Kira Grünberg stürzte im Training schwer
Kira Grünberg stürzte im Training schwer © Getty Images

Die Tragödie um die österreichische Stabhochspringerin Kira Grünberg hat am Freitag die Leichtathletik-Welt geschockt.

Die erst 21 Jahre alte nationale Rekordhalterin erlitt bei einem schweren Trainingsunfall am Donnerstag einen Bruch der Halswirbelsäule mit Querschnittslähmung. Das teilte der Österreichische Leichtathletikverband (ÖLV) mit. Laut ORF war Grünberg beim Training aus großer Höhe kopfüber in den Einstichkasten gestürzt.

"Nachdem bereits vor der Operation eine Querschnittslähmung diagnostiziert wurde, musste die Patientin zur Stabilisierung der Halswirbelsäule und zur Vermeidung weiterer Schäden sofort von einem Team der Unfallchirurgie operiert werden", hieß es in einer Mitteilung der Traumatologischen Intensivstation der Uniklinik Innsbruck.

Spendenkonto für Grünberg eingerichtet

Untersuchungen in den nächsten Wochen sollen Aufschluss über den weiteren Verlauf geben. Eine "Fortsetzung der sportlichen Karriere von Kira" sei jedoch "kein Thema aus jetziger Sicht", schrieb der ÖLV am Freitag auf seiner Internetseite: "Kira, die ganze Leichtathletik- und Sportfamilie ist in Gedanken bei Dir und Deiner Familie!"

Der Tiroler Leichtathletik-Verband richtete zudem ein Spendenkonto ein. "Kira Grünberg und ihre Familie stehen nun vor weit größeren und längeren Herausforderungen, als je ein Wettkampf sie bieten kann", hieß es in der Mitteilung: "Sie brauchen dabei jede Unterstützung."

Auch Deutschlands Weltmeister Raphael Holzdeppe nahm via Twitter Anteil am Schicksal der Athletin und ihrer Familie. "Schreckliche Nachricht! #KiraGrünberg nach Sturz Querschnittsgelähmt! Ich wünsche ihr und ihrer Familie die nötige Kraft und Unterstützung", schrieb der 25-Jährige.

Auch Hambüchen geschockt

Als aufstrebender nationaler Leichtathletikstar und österreichische Rekordhalterin mit 4,45 m hatte Grünberg zuletzt für Aufsehen gesorgt. Im Kampf um die WM-Norm von 4,50 m suchte sie zudem auch auf ungewöhnliche Art nach den fehlenden Zentimetern.

So arbeitete die Innsbruckerin im vergangenen Winter mit dem deutschen Turn-Star Fabian Hambüchen und dessen Vater Wolfgang an neuen Trainingsreizen.

"Kira hat im Dezember des vergangenen Jahres ein verlängertes Wochenende bei uns in Wetzlar verbracht. Jetzt diese traurige Nachricht zu hören, ist natürlich schrecklich", sagte Wolfgang Hambüchen am Freitag.

"Der Kontakt kam zustande, weil Kiras Agentur ein Partner von Fabians Agentur ist. Wir wollten Kira helfen, sich als Stabhochspringerin turnerisch zu verbessern. Gesehen haben wir uns zuletzt bei den Europaspielen in Baku, wo Kira die Konkurrenz gewonnen hat."

Der schlimme Vorfall wecke bei Hambüchen Erinnerungen an 2004, an die schwere Verletzung Ronny Ziesmers. Der Turner hatte sich in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Athen bei einem Trainingssprung ebenfalls einen Bruch der Halswirbelsäule zugezogen.

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