vergrößernverkleinern
Frank Busemann holte 1996 olympisches Silber
Frank Busemann holte 1996 olympisches Silber © Getty Images

Die jüngsten Doping-Enthüllungen treffen vor allem Russland und afrikanische Länder. Frank Busemann hält auch Missbrauch in Deutschland keinesfalls für ausgeschlossen.

Der frühere Zehnkämpfer Frank Busemann (40) hält es im Zuge der jüngsten Doping-Enthüllungen "selbstverständlich" für möglich, dass auch deutsche Namen auf der Athleten-Liste mit auffälligen Blutwerten stehen.

"Ich lege für keinen Athleten meine Hand ins Feuer, und das habe ich auch noch nie getan", sagte der Olympiazweite von 1996 im Gespräch mit dem NDR: "Und grundsätzlich ist es so, dass der Leistungssport zum Betrug verführt. Da kann man nicht sagen, es wird nur in Russland oder nur in Kenia gedopt."

Den Glauben an Aufklärung durch den Weltverband IAAF hat Busemann offenbar verloren.

"Das ist ja das große Problem, dass bei Verbänden nicht unbedingt der Wille zu erkennen ist, dass der Sport wirklich sauber werden soll", sagte der 40-Jährige: "Und ich habe heute Morgen auch mal darüber nachgedacht: Wem bringt der saubere Sport was? Im Grunde genommen nur dem sauberen Athleten. Funktionäre, Sponsoren, gedopte Sportler, denen ist es egal, ob sie gedopt sind oder nicht. Die wollen Platz eins, zwei oder drei und ganz viel Geld damit verdienen."

In der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping, im Schattenreich der Leichtathletik" wurden am Wochenende unter anderem erneute Doping-Vorwürfe gegen Russland sowie gegen Kenia erhoben.

Zudem werteten Experten eine Datenbank des Weltverbandes IAAF mit 12.000 Blutwerten aus und kamen dabei zu dem Schluss, dass es bei einem Siebtel der Proben Hinweise auf Dopingvergehen gebe.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel