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Rico Freimuth (l.) holte beim Zehnkampf in Peking Bronze, Ashton Eaton mit Weltrekord Gold
Rico Freimuth (l.) holte beim Zehnkampf in Peking Bronze, Ashton Eaton mit Weltrekord Gold © Getty Images

Zehnkämpfer Ashton Eaton unterstreicht bei der WM mit Gold und Weltrekord wieder seine Dominanz. Rico Freimuth gewinnt Bronze - und beeindruckt den Sieger.

Als das Meisterwerk vollbracht war, lagen sie sich kurz in den Armen, klopften sich auf die Schulter und tauschten ein paar nette Worte aus.

Ashton Eaton, weil er sich gerade mit letzten Kräften ins Ziel geschleppt und seinen Weltrekord im Zehnkampf auf fabelhafte 9045 Punkte verbessert hatte. Sein deutscher Konkurrent Rico Freimuth, weil er bei der sensationellen Show des US-Amerikaners mit Bronze den größten Triumph seiner Karriere feierte.

"Wahnsinn, einfach Wahnsinn", sagte Freimuth, der bei der Leichtathletik-WM in Peking endlich einmal sein ganzes Können in allen zehn Disziplinen zeigte - ohne Wackler, ohne Ausreißer nach unten.

8561 Punkte waren der verdiente Lohn. In einem dramatischen abschließenden 1500-m-Lauf hatte Freimuth seinen Konkurrenten um Bronze, Ilja Schkurenew aus Russland, auf Distanz gehalten. Silber sicherte sich Damian Warner aus Kanada (8695).

15th IAAF World Athletics Championships Beijing 2015 - Day Eight
Ashton Eaton verbesserte seinen Weltrekord auf 9045 Punkte © Getty Images

"Einen Lebenstraum erfüllt"

"Harte Arbeit zahlt sich aus. Ich habe die Chance bekommen und sie genutzt. Ich habe mir einen Lebenstraum erfüllt", sagte Freimuth in der ARD.

Eaton legte von Beginn an einen furiosen Wettkampf hin. Der Olympiasieger und Titelverteidiger agierte in seinem ersten Zehnkampf seit der WM 2013 auf unglaublichem Niveau, ließ nie einen Zweifel an seiner Dominanz.

Der 27-Jährige schraubte seinen eigenen Weltrekord aus dem Jahr 2012 um sechs Punkte nach oben und kassiert dafür vom Weltverband IAAF eine Prämie in Höhe von 100.000 US-Dollar. Der Titel wird dem studierten Psychologen noch einmal mit 60.000 Dollar entlohnt. Eaton sorgte damit für den 21. Weltrekord in der 32-jährigen WM-Geschichte.

Eaton liebt die Deutschen

Kai Kazmirek hatte auch lange mit Bronze geliebäugelt, musste sich aber am Ende mit Rang sechs zufrieden geben (8448). Freimuths Kumpel und WG-Partner Michael Schrader, der vor zwei Jahren zu Silber gestürmt war, landete am Ende mit 8418 Zählern auf Rang sieben - ein schwacher Stabhochsprung (4,60 m) kostete alle Medaillenchancen.

Dominator Eaton verteilte ein Sonderlob an seine deutschen Konkurrenten: "Ich liebe die deutschen Jungs. Sie haben den größten Kampfgeist. Ich lerne von ihnen."

Rico Freimuth, Sohn des einstige Top-Zehnkämpfers Uwe Freimuth, hatte bei vergangenen großen Meisterschaften im entscheidenden Moment oft Nerven gezeigt - jetzt hat es endlich mit dem ganz großen Erfolg geklappt.

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