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Raphael Holzdeppe gewann bei der WM in Peking Silber im Stabhochsprung
Raphael Holzdeppe gewann bei der WM in Peking Silber im Stabhochsprung © Getty Images

Die DLV-Athleten präsentieren sich bei der WM in guter Form. Trotz der guten Bilanz warnt der Cheftrainer vor Zufriedenheit. In Rio droht eine erstarkte Konkurrenz.

Die deutschen Leichtathletik-Asse stiegen happy und mit viel glänzendem Gepäck in den Flieger Richtung Heimat.

Acht Medaillen hatten sie dabei, davon zwei aus Gold - doch Cheftrainer Idriss Gonschinska warnte mit Blick auf Olympia in Rio vor überzogener Euphorie. "Ein Olympiajahr bringt erfahrungsgemäß immer auch einen Leistungssprung mit sich", sagte Gonschinska.

Er zerbricht sich schon jetzt den Kopf, wie sich die Stars um Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, Diskus-Riese Robert Harting und vor allem die vielen aufstrebenden DLV-Talente noch besser auf die große Leistungs-Schau am Zuckerhut vorbereiten können.

"Wettbewerbsdichte wird enger"

Bereits bestens vorbereitet präsentierten sich die Speerwerferin Katharina Molitor und Kugelstoßerin Christina Schwanitz, die beide Gold holten.

Dazu durften sich Stabhochspringer Raphael Holzdeppe Silber, Kugelstoßer David Storl Silber sowie Hürdenläuferin Cindy Roleder über Silber freuen. Bronze gab es für Zehnkämpfer Rico Freimuth, Diskuswerferin Nadine Müller und Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause.

Doch für Gonschinska sind die Leistungen noch lange keine Garantie, dass es auch in Rio mit Medaillen klappen wird:  "Die Wettbewerbsdichte wird enger und sich in Richtung Rio weiter verschärfen. Millimeter und Zehntelsekunden können entscheiden", sagte Gonschinska: "Wir werden unsere Schlüsse ziehen und uns für Brasilien etwas einfallen lassen."

Beste europäische Mannschaft in Peking

Die Basis wurde in Peking gelegt. Als beste europäische Mannschaft landete das deutsche Team nach vielen erfrischenden Auftritten auf Rang vier der Nationenwertung.

Trotz der immer stärker werdenden internationalen Konkurrenz können die Werfer, Springer und endlich auch die Läufer wieder selbstbewusst auf Rio blicken.

"Die Mannschaft hat sich hervorragend und entschlossen präsentiert. Jeder wollte den maximalen Erfolg", sagte Sportdirektor Thomas Kurschilgen.

DLV gibt sich keinen Illusionen hin

Doch der DLV gibt sich keinen Illusionen hin. In Rio könnte das Ergebnis schon wieder ganz anders aussehen, schließlich haben in China vor allem die Russen, aber auch die US-Amerikaner etwas geschwächelt.

"Nur außergewöhnliche Athleten mit optimalen Saisonverläufen schaffen es bei Meisterschaften wie dieser aufs Podium", sagte Gonschinska, der deshalb stets an jedem Detail vor Olympia feilt.

So soll die Zusammenarbeit mit Psychologen, Experten für das Gesundheitsmanagement und Trainingswissenschaftlern sowie der Know-How-Austausch unter den Trainern in Workshops noch mehr verfeinert werden.

Doping-Problem verhindert besseres Abschneiden?

Und Gonschinska arbeitet daran, dass die Öffentlichkeit sich nicht nur für Medaillen begeistert, sondern auch über sechste, siebte oder achte Plätze nach einer starken Vorstellung des Athleten.

"Wir haben hier tolle Tage erlebt. Aber nur das Zählen der Medaillen entspricht nicht der Entwicklung in der Leichtathletik", sagte er. Und Kurschilgen meinte: "Wir dürfen den Medaillenspiegel nicht wie eine Monstranz vor uns hertragen." Jede Leistung müsse individuell analysiert werden.

Zudem würde das offenbar massive Doping-Problem in der Leichtathletik ein besseres Abschneiden der deutschen Athleten verhindern.

"Wir bewegen uns im Spitzensport auf einem Weg, wo Leistungen scheinbar immer weniger manipulationsfrei erbracht werden", sagte Kurschilgen: "Das hindert die fairen und sauberen Sportler daran, den verdienten Lohn ihrer Arbeit in Form von Finalplatzierungen und Medaillen entgegenzunehmen."

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