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Thomas Bach ist seit 2013 Präsident des Internationalen Olympischen Komitees
IOC Präsident Thomas Bach äußert sich zum Doping-Skandal in der russichen Leichtathletik © Getty Images

Der IOC-Präsident kündigt an, dass er das Anti-Doping-System im Sport unabhängiger machen will. Bislang liegt an dem Punkt noch einiges im Argen.

IOC-Präsident Thomas Bach sieht im Zuge des Doping-Skandals in der russischen Leichtathletik eine unabhängige Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) als "wichtiger als je zuvor" an.

"Wir sollten mehr Anstrengungen unternehmen, um das gesamte Anti-Doping-System unabhängig zu machen. Inklusive der Sanktionen", sagte Bach.

WADA-Gründungspräsident Richard Pound, Vorsitzender der unabhängigen Untersuchungskommission, sagte allerdings zuletzt, dass dies eine deutliche Erhöhung des WADA-Budgets von derzeit rund 25 Millionen Euro zur Folge haben müsse.

Bislang werden Dopingtests und die Sanktionen zum Teil noch von Sportverbänden und -organisationen durchgeführt. Dadurch sieht sich das System immer wieder mit Kritik wegen vermeintlicher Interessenkonflikten konfrontiert.

Die WADA wird zu gleichen Teilen vom organisierten Sport und von den Regierungen finanziert. Der WADA-Präsident wird abwechselnd vom Sport und der Politik bestimmt.

Der amtierende WADA-Präsident Greg Reedie, vom Sport aus den Reihen des IOC eingesetzt, war zuletzt hart kritisiert worden, als eine E-Mail von ihm an den russischen Sportminister Vitali Mutko an die Öffentlichkeit gelangte.

In dem Schreiben versichert Reedie im Namen der WADA, nichts zu unternehmen, was die Anstrengungen Russlands in der Doping-Bekämpfung gefährden könnte. Er unterminierte damit die Aufklärungsarbeit der unabhängigen WADA-Kommission, die schließlich am Montag den Ausschluss der russischen Leichtathleten aus dem Weltverband IAAF forderte. Die WADA wird voraussichtlich in der kommenden Woche entscheiden, ob sie sich den Forderungen der Kommission anschließt.

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