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Ines Geipel
Ines Geipel war Leistungssportlerin in der DDR © getty

Ines Geipel, Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins (DOH), hat sich bestürzt über die Enthüllungen in der russischen Leichtathletik gezeigt und Parallelen zur früheren DDR gezogen.

"Es sieht danach aus, dass es unter systematischer, staatlicher Vorgabe geschehen ist. Die Grundlage wäre also dieselbe wie zu DDR-Zeiten", sagte Geipel dem SID: "Dadurch, dass es aber bis in den Weltverband IAAF hineingreift, hat das Desaster eine völlig neue Dimension."

Der russischen Leichtathletik wird in einem Bericht der unabhängigen Untersuchungskommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) systematisches und staatlich gestütztes Doping vorgeworfen. Demnach sollen die Olympischen Spiele in London sabotiert worden sein, weil Dopingvergehen im Vorfeld der Wettbewerbe vom russischen Verband ARAF in Zusammenarbeit mit höchsten Ebenen der IAAF vertuscht worden seien.

Die Kommission fordert den Ausschluss russischer Leichtathleten von Olympia in Rio.

"Die entscheidende Frage ist: Was passiert jetzt", sagte Geipel, selbst anerkanntes DDR-Dopingopfer. In den neuen IAAF-Präsidenten Sebastian Coe setzt die 55-Jährige keine großen Hoffnungen auf einen Neuanfang: "Seine bisherigen Handlungen sind nicht sehr vertrauenerweckend."

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