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Ed Moses
Ed Moses ist Vorsitzender der Laureus World Sports Academy © Getty Images

Olympiasieger Ed Moses macht sich beim WADA-Treffen nach dem Dopingskandal in Russland für Sanktionen stark. Dabei geht es ihm nicht nur um die Leichtathletik.

Der zweimalige Hürden-Olympiasieger Ed Moses hat am Rande des Treffens der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in Colorado Springs/USA nicht nur den Ausschluss der russischen Leichtathleten von den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio gefordert, sondern sich auch für weitreichende Untersuchungen im gesamten Sport ausgesprochen.

"Genug ist genug, das ist die einzig wirksame Sanktion", sagte Moses in seiner Funktion als Mitglied des WADA Foundation Board: "Wir brauchen die laute und klare Aussage, dass die russischen Athleten definitiv nicht nach Rio dürfen."

Darüber hinaus sprach sich Moses für "Untersuchungen auch in anderen Sportarten in Russland" aus. Schließlich würden die zu Tage geförderten Erkenntnisse der unabhängigen WADA-Kommission nahelegen, dass Dopingmissbrauch auch in anderen Disziplinen in Russland gang und gäbe sei.

Sportler in Sorge

Sportler auf der ganzen Welt seien "in dieser Angelegenheit sehr besorgt", führte der 60-Jährige aus: "Sie wollen, dass das Richtige getan wird." Im Raum steht der Ausschluss der russischen Anti-Doping-Organisation RUSADA.

In einem der ersten Tagesordnungspunkte wurde am Mittwochnachmittag der Schweizer Olivier Niggli als neuer WADA-Generaldirektor bestätigt. Der 45-Jährige übernimmt im kommenden Juni das Amt vom Neuseeländer David Howman, der seine Tätigkeit nach 13 Jahren beendet.

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hatte am vergangenen Freitag auf Beschluss des 27-köpfigen Councils den russischen Verband ARAF vorläufig suspendiert.

Russlands Leichtathleten dürfen damit bis auf Weiteres nicht an internationalen Wettbewerben teilnehmen, zudem droht ihnen das Aus für die Spiele in Rio. Um wieder zugelassen zu werden, müssen die Russen weitreichende Reformen durchsetzen und eine Liste von Kriterien erfüllen.

Russisches NOK gründet Ad-Hoc-Gremium

Einen ersten Schritt hat das Nationale Olympische Komitee (NOK) getan und am Mittwoch die Gründung eines Ad-Hoc-Gremiums bekannt gegeben.

Der Ausschuss, dem Vertreter des Sportministeriums und verschiedener Sportverbände sowie Juristen angehören, soll dem Leichtathletik-Verband bei der Selbstreinigung zur Seite stehen und wirkungsvolle Maßnahmen im Kampf gegen Doping entwickeln.

"Unser oberstes Ziel ist es, unseren Sport gemäß den Richtlinien der WADA zu säubern und damit zu erreichen, dass die russischen Leichtathleten wieder in den Weltverband aufgenommen werden und so ihr internationales Startrecht zurückerlangen", sagte NOK-Präsident Alexander Schukow. Das neue Gremium soll sich am Wochenende zu seiner ersten Sitzung treffen.

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