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Mehrere Ringer vom ASV Nendingen wurden positiv getestet
Die WADA hat Russlands Anti-Doping-Labor geschlossen © Getty Images

Die Welt-Anti-Doping-Agentur macht ernst. Nach den Enthüllungen in der russischen Leichtathletik sperrt die WADA das russische Anti-Doping-Labor.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat im Zuge des Skandals in der russischen Leichtathletik das Moskauer Anti-Doping-Labor mit sofortiger Wirkung gesperrt.

Damit darf das Labor in der russischen Hauptstadt unter anderem keine Blut- und Urin-Proben mehr analysieren. Gegen die Entscheidung, die mindestens für sechs Monate gelten soll, kann innerhalb von 21 Tagen vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch eingelegt werden.

"Die WADA hat schnell auf eine der entscheidenden Forderungen seiner unabhängigen Kommission reagiert", sagte WADA-Präsident Craig Reedie: "Das Moskauer Labor ist vorläufig suspendiert, und darüber hinaus wird eine Disziplinarkommission, die in Kürze gebildet wird, den Fall prüfen und über den Status der Akkreditierung des Labors entscheiden."

Korruption, Erpressung, Vertuschung von positiven Dopingproben - der Untersuchungsbericht einer unabhängigen Kommission unter Vorsitz des ehemaligen WADA-Vorsitzenden Richard Pound hatte am Montag einen systematischen Betrugsskandal in der russischen Leichtathletik offengelegt.

Eine Forderung Pounds lautete, dem Labor in Moskau die Akkreditierung zu entziehen. Nun sollen alle Dopingproben "sicher" und "zeitnah" zu einem anderen Anti-Doping-Labor mit WADA-Akkreditierung gebracht werden.

Eine weitere Forderung der Kommission war die "permanente" Absetzung des Labor-Direktors Gregori Rodschenkow. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, 1417 Dopingproben zerstört zu haben. "Der Report ist voller Lügen, und die meisten Zeugen sind unglaubwürdig", sagte Rodschenkow der englischen Tageszeitung The Times.

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