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Richard Pound stellt sich hinter Sebastian Coe
Richard Pound ist von den Zustände beim IAAF schockiert © Getty Images

Korruption, Doping, Bestechung: Für Richard Pound, den Vorsitzenden der unabhängigen Untersuchungskommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), ist der Skandal in der internationalen Leichtathletik "noch schlimmer" als die Zustände im Fußball-Weltverband FIFA.

"Die Anzahl von Nullen ist kleiner", sagte der 73-Jährige Kanadier, aber der Skandal habe neben dem finanziellen Aspekt unmittelbare Auswirkungen auf die Ergebnisse im Stadion: "Es geht um die Integrität des Wettbewerbs."

Pound kündigte zudem tiefe Einblicke in die Machenschaften der höchsten Führungsebene des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF an.

"Sie werden sehen, wie es einige Drecksäcke getrieben haben", sagte er der englischen Zeitung The Times und schürte damit die Spannung vor der Veröffentlichung des zweiten Teils eines Untersuchungsbericht zum grassierenden Skandal in der Leichtathletik nächste Woche in München.

Zudem warf Pound IAAF-Präsident Sebastian Coe vor, zu wenig gegen Korruption und Doping in der Leichtathletik getan zu haben.

Der Brite reagiere nur, anstatt nachhaltig zu handeln. "Wenn die IAAF nicht anerkennt, dass sie ein Problem hatte, dann wird schwierig, die Änderungen, die sie benötigen, umzusetzen", sagte Pound.

Am Donnerstag hatte die IAAF-Ethikkommission teilweise lebenslange Sperren gegen hochrangige Funktionäre ausgesprochen und damit Konsequenzen aus dem Korruptions- und Dopingskandal gezogen.

Ihnen war unter anderem vorgeworfen worden, gegen Bezahlung positive Dopingproben vertuscht zu haben.

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