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Clemens Prokop ist Präsident des DLV
Clemens Prokop ist Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes © Getty Images

DLV-Präsident Clemens Prokop hat Zweifel an tiefgreifenden Reformen in der russischen Leichtathletik bis zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

"Ich bin skeptisch, dass eine Situation, die über Jahrzehnte verfestigt war, in wenigen Wochen so strukturell verändert werden kann, dass wir von völlig neuen Zuständen sprechen können", sagte Prokop am Rande der deutschen Hallen-Meisterschaften in Leipzig.

Wegen massiver Verfehlungen im Anti-Doping-Kampf war der russische Leichtathletik-Verband ARAF im vergangenen Jahr vom Weltverband IAAF ausgeschlossen worden. Den russischen Leichtathleten droht damit das Aus für die Spiele in Rio. "Ich persönlich kann mir nach heutiger Sicht der Dinge schwer vorstellen, dass Russland die Kriterien erfüllt und in Rio starten wird. Ich bin da aber nur Beobachter", ergänzte Prokop.

Auch im Fall der Läufernation Kenia sieht Prokop Handlungsbedarf. Das ostafrikanische Land wurde zuletzt von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) auf eine Beobachtungsliste gesetzt, am 5. April soll die zuständige WADA-Kommission entscheiden, ob die kenianische Anti-Doping-Agentur ADAK regelkonform mit dem WADA-Code ist. Sollte dies nicht passieren, droht im äußersten Fall das Olympia-Aus.

"Ich denke, es ist wichtig, dass Kenia untersucht wird. Die WADA ist da auch dran, und ich hoffe, dass sie eine klare Kante zeigt", sagte Prokop: "Ich hoffe, dass wir bald eine klare Entscheidung haben, ob die Voraussetzungen in Kenia für eine Teilnahme in Rio gegeben sind oder nicht."

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